Ad-Test
Google+
Diese Website selbst verwendet Cookies nur zur Funktionaltät. Die Cookies der
Werbepartner können werberelevante Informationen sammeln und weiterleiten.


Russlands Brummifahrer protestieren gegen Wladimir Putin

Autobahn - SymbolbildSeit dem 15. November gilt auf Fernstraßen in Russland eine Mautpflicht für Lastwagen. Der neuen Verordnung zufolge müssen die Lenker über 12 Tonnen schwerer LKW umgerechnet 2 Eurocent pro Kilometer Straßenbenutzungsgebühr aufbringen. Mit dem Mauterwerb sollen die Straßen repariert und erneuert werden. Der für Fernstraßen zuständige Behördenchef Roman Starowoit rechnet mit Mauteinnahmen im Wert von umgerechnet rund 740 Millionen Euro.

Doch Starowoit hatte seine Rechnung ohne die Fernfahrer gemacht. Und die protestieren jetzt mit für Russland ungewöhnlicher Härte gegen die Auflagen. Auch Verkehrsminister Maxim Sokolow war nicht bereit, die Sorgen der Berufskraftfahrer ernst zu nehmen. Die Kapitäne der Straßen wollen jedoch in einer wirtschaftlich stark angespannten Lage keine Maut zahlen, die ihre Einkünfte immerhinum ein Drittel reduziert.

Der Petersburger Aktivist Sergei Guljajew bringt vor, die Fernfahrer seien mit ihren Problemen alleine gelassen worden. Die heutige Wirtschaftskrise sei eine Folge der Politik des Staatspräsidenten Wladimir Putin. Die westlichen Sanktionen hätten das Güterverkehrsaufkommen reduziert, die Anzahl der Arbeitsaufträge sei deutlich gesunken. In Russland müssen die Brummifahrer seit Anfang der Sanktionen um jeden Arbeitseinsatz hart kämpfen.

Guljajew berichtet weiter, die Einführung der sogenannten „Rotenberg-Steuer“ nehme den Fernfahrern das letzte Hemd. Mit dieser zusätzlichen Steuer kompensieren die Oligarchen um den Kremlchef ihre Verluste, die ihnen durch europäische Zwangsmaßnahmen entstanden sind. In der Maut-Betreiberfirma hat auch Igor Rotenberg, der Sohn des Busenfreundes Putins, Arkadi Rotenberg, einen wichtigen Posten. Das Unternehmen soll rund 155 Millionen Euro im Jahr einstecken. Rotenberg senior, der den Kremlchef aus gemeinsamen Leningrader Jahren kennt, ist nach der Machtübernahme Putins zu einem Milliardär geworden.

Wenn der frühere Geheimdienstler dachte, die Brummifahrer seien einfache Leute, die nur Befehle folgen können, so wird er jetzt eines Besseren belehrt. Die Fernfahrer haben nämlich Mut gehabt, Putin ein Ultimatum zu stellen. Wenn der Kremlchef nicht einlenkt, werden sie alle mit ihren Lastern in die Hauptstadt fahren. Im übrigen hat die Bevölkerung in Russland von diesem kraftvollen Protest gar nichts mitbekommen. Denn wie es im Putin-Reich üblich ist, werden Demonstrationen gegen die Staatsmacht in den Medien totgeschwiegen. (asie/tmich)

Symbolfoto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

 

Folgen Sie uns auch auf Facebook und Twitter ,um immer auf dem Laufenden über Nachrichten aus aller Welt zu bleiben.