Ad-Test
Google+
Diese Website selbst verwendet Cookies nur zur Funktionaltät. Die Cookies der
Werbepartner können werberelevante Informationen sammeln und weiterleiten.


Nemzow-Bericht: Mehr als 200 russische Soldaten in Ukraine getötet

 

Boris NemzowBoris NemzowIn Moskau wurde ein 64-seitiger Bericht veröffentlicht, der Beweise für eine russische Beteiligung an dem militärischen Konflikt in der Ostukraine beinhaltet. Die Belege dafür hatte der ermordete Oppositionspolitiker Boris Nemzow gesammelt. Das Buch „Putin: Der Krieg“ wurde von einem der Co-Autoren, Ilja Jaschin präsentiert.

Dem Bericht zufolge sind mindestens 220 russische Soldaten im vergangenen Jahr bei zwei Schlachten rund um die Donbass-Region getötet worden. Die Kämpfer waren von dem regulären Militärdienst in Russland entbunden worden und standen als Freiwillige an der Seite der prorussischen Rebellen. Eigentlich sind sie russische Söldner, die für ihre Arbeit von Moskau bezahlt werden. Die Autoren belegen ihre Behauptungen unter anderem durch Zeugenaussagen.

Das Buch berichtet auch über die tschetschenischen Krieger im Donbass. Sie sind dort im Mai 2014 angekommen und haben aktiv bei den Kämpfen um den Donezker Flughafen teilgenommen. Welche Rolle spielt das Bataillon „Smertj“ („Tod“) in der Ostukraine, dessen Mitglieder der Präsident Tschetscheniens und naher Vertrauter von Russlands Präsident Wladimir Putin, Ramzan Kadyrow, amnestierte?

Nemzow bringt nach seinen Recherchen vor, dass alle entscheidenden militärischen Siege der Separatisten von regulären russischen Truppen vollbracht worden sind. Auch sei die Annexion von der zu Ukraine gehörende Schwarzmeer-Halbinsel Krim durch russische Soldaten erfolgt, als die Beliebtheitswerte von Putin angefangen haben zu sinken. Jaschin zufolge beinhaltet der Bericht eine Analyse, wie sich binnen eines Jahres Putins Rhetorik zur Krim änderte.

Russland bestreitet jedoch bis heute, sich an der Kämpfen in der Ostukraine mit eigenen Soldaten oder militärischen Gerät zu beteiligen. Putin redet sogar von Freiwilligen, die in Ostukraine Urlaub machen und nebenbei an Seite der Aufständischen kämpfen. Auch bei der Eroberung von Krim von „grünen Männchen“ bestritt der Kremlchef lange, dass es um seine Soldaten ohne Hoheitszeichen handelt. Erst ein Jahr später feierte das russische staatliche Fernsehen mit einem Mammutprogramm die Heimholung der Krim und der Kremlchef sich selbst. Der ehemalige Geheimagent Putin erklärte, dass die Annexion unter seinem persönlichen Kommando stand: "Unser Vorteil war, dass ich mich damit persönlich beschäftigt habe“.

Das Buch „Putin: Der Krieg“ befasst sich vor allem mit der Rolle des Kremls und seines Chefs bei dem andauernden blutigen Konflikt in Donbass. Er besteht aus Medienberichten und Informationen, die Nemzow gesammelt hatte, unter anderem von Verwandten und anderen Vertretern der getöteten Soldaten.

Der 55-jährige Regimekritiker wurde in der Nacht zum 28. Februar in Moskauer Zentrum, in der Nähe von russischen Machtzentrale, Kreml erschossen. Seine Ermordung löste weltweit Entsetzen aus. Kurz danach waren fünf Verdächtige festgenommen worden, darunter ein tschetschenischer Geheimdienstler, der dem Putin-Freund Kadyrow nahe steht. Aus welchen Motiven er Nemzow erschossen haben soll, ist noch völlig unklar. (asie)

Foto: Wikipedia

 

 

Folgen Sie uns auch auf Facebook und Twitter ,um immer auf dem Laufenden über Nachrichten aus aller Welt zu bleiben.