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Putin lässt die Katze aus dem Sack

Matrotschka-Puppen - SymbolbildLange wurde darüber spekuliert, welche Ziele Wladimir Putin in der Ukraine verfolgt. Heute ließ der Kremlchef die Katze aus dem Sack. Er fordert Verhandlungen über eine Eigenstaatlichkeit für die Südostukraine.

Die Medien in Russland berichten, dass der Staatsoberhaupt im russischen Staatsfernsehen auf sofortigen Gesprächen bestanden hat, dessen Ziel sei es, die "legalen Interessen der dort lebenden Menschen zu schützen".

Seine Forderungen „schmückte“ der ehemaliger KGB-Offizier mit Drohungen, Kiew soll sich über den baldigen Kälteeinbruch Gedanken machen. In der Zeitung „Gazeta“ bringt Putin außerdem vor, dass es für die Unternehmen der Europäischen Union schwer, fast unmöglich sein wird, den russischen Markt nach der Beendigung der westlichen Sanktionen wieder zu erobern.

Putin stimmt sein Volk auf einen neuen kalten Krieg ein
Putin muss jetzt langsam sein Vorgehen auf dem Territorium eines souveränen Staaten, der Ukraine, in seinem Reich rechtfertigen. Dementsprechend sind Parolen im stalinistischen Sinne gegen die ukrainische Regierung, wie der Vergleich mit dem Faschismus unter Hitler, vor allem für die eigene Bevölkerung bestimmt. Unter anderem verschweigt er die Tatsache, dass, wie schon Russlands Differenzen mit Weißrussland oder Kasachstan gezeigt haben, der Kreml zur Zeit fast kaum Verbündete hat. Beide befreundete, ehemalig sowjetische Teilrepubliken, wollen zum Beispiel kein Nahrungsmittelembargo Russlands mittragen.

Auch die Großmacht China wird ihren eigenen politischen und wirtschaftlichen Interessen folgen, obwohl das Land wohl zuerst von einer Eskalation zwischen Russland und dem Westen profitieren wird. Russlands aufwendige Suche nach neuen Partnern beschert Peking zudem günstige Preise für die Erdgaslieferungen. Allerdings zeigen die Erfahrungen aus den Sowjetzeiten, dass die Beziehungen zwischen Russland und China immer von Misstrauen überschattet waren. Das Riesenreich China wird in der Zukunft sehr genau auf die Finger des Kreml schauen und die eigenen Ziele nicht außer Acht lassen. Nicht zu unterschätzen sei auch die Tatsache, dass auch China, trotz gewisser wirtschaftlicher Freiheiten, ein diktatorisch regierter Staat ist.

Kasachstan fühlt sich von Putin bedroht
Kasachstan hat das Recht aus der Eurasischen Zollunion wieder auszutreten, sagte der Staatspräsident Nursultan Nasarbajew in einem Fernsehinterview für den Sender Habar. Nach seinen Erklärung will Astana nicht Mitglied einer Organisation sein, die eine Gefahr für die Unabhängigkeit des Landes darstellt. Die Souveränität des Staates sei eine Leistung, für die schon die Großväter gekämpft hätten.

Putin hatte am am 29. August auf dem Jugendforum Seliger erklärt, dass Kasachstan nie ein richtiger Staat gewesen sei. Analoge Bemerkungen des Kremlchefs waren vor Jahren in Bezug auf die Ukraine und Weißrussland bekannt geworden.

Kasachstan ist ein Binnenstaat zwischen dem Kaspischen Meer im Westen und dem Altai-Gebirge im Osten. Gemessen an der Fläche ist das Land der neuntgrößte Staat der Erde. Im Norden des Kasachstans leben viele Russen.

Demokratische Länder reagieren schneller auf Änderungen
Putin verschweigt auch, dass der russische Markt mit rund 145 Millionen Einwohnern deutlich kleiner, als die EU-Markt mit 500 Millionen ist. Für die EU kommen noch die Märkte von anderen westlichen Staaten oder anderen Ländern der Welt dazu. In Krisenzeiten können freie, demokratisch regierte Länder viel schneller auf Marktänderungen reagieren, als die Staaten mit diktatorischen Zügen, denn hier wird die Entwicklung politisch nicht gebremst. Die Menschen können sich frei entfalten und ihre Ideen umsetzen.

Einfache Russen zahlen Putins Rechnung
Vom Westen verhängte westlichen Sanktionen gegen Russland, aber auch von Russland verhängte Strafmaßnahmen gegen den Westen, werden vor allem die einfache Bevölkerung Russlands treffen. Sie müssen im Endeffekt Putins Rechnung zahlen. Doch für sie hat das Staatsoberhaupt kein erklärendes Wort übrig. Im Gegenteil, er versucht mit alten Klischees über den dekadente Westen und sowjetischen Volkstrauma „Faschismus“ die Menschen auf seine Seite zu ziehen. Genau so wie sein Vorgänger, rote Diktator Jossif Stalin. Ob das Volk die Endergebnisse von einem neuen kalten Krieg mit Westen aber wirklich mittragen wird, ist völlig offen. Die Geschichte hat eines gelehrt – alle Diktaturen fallen früher oder später zusammen. Die Wille des Volkes wird auch in Russland entscheiden.

Für die westlichen Staaten sollte es seit heute klar sein, mit Despoten Geschäfte zu machen, ist wegen des Größenwahns und der Unberechenbarkeit der Autokraten keine Option. Es ist Zeit, dass der Westen diese einfache Tatsache, welche die Osteuropäer durch lange schlechten Erfahrungen als Satellitenstaaten Moskaus geeignet haben, ebenso begreifen. (asie)

Symbolfoto: © Christiane Pergande-Bareiss / Baltikum-Blatt

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