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Estland: Russischsprachige Printzeitungen der Postimees Grupp eingestellt

 

Postimees - LogoDie Verlagsgruppe Postimees Grupp hat Anfang Oktober die Herausgabe der russischsprachigen Printzeitungen Postimees (Postbote) und Den za Dnjom (Von Tag zu Tag) eingestellt. Die beiden Medien erscheinen nur noch im Internet. Der Vorstandsvorsitzende Peep Kala begründete die Einstellung der Druckausgaben mit sinkenden Leserzahlen.

Die Chefredakteurin der eingestellten Publikationen Olesja Lagaschina erklärte, dass die Nachricht für Ansehen und Inhalt der Zeitungen katastrophal sei. Gleichzeitig bestätigte sie, dass dem fast keine Arbeitsplätze wegfallen sollen. Die Redaktion will nun ihr Online-Angebot erweitern und die Qualität der Nachrichten verbessern.

Die derzeit im Mutterschutz befindliche eigentliche Chefredakteurin Jewgenia Vära fürchtet sogar, dass die Schließung der Medien eine Massenabbestellung der estnischsprachigen Traditionszeitung Postimees durch die Leser zur Folge haben könnte.

Info:

Der Postimees ist eine der wichtigsten Tageszeitungen Estlands. Sie ist nach dem Boulevardblatt Õhtuleht (Abendzeitung) die auflagenstärkste und einflussreichste Zeitung des Landes. Mit einem Erlass des russischen Zaren Alexander II. erhielt der Perno Postimees (Pernauer Postbote) 1856 die Druckerlaubnis. Entscheidender Redakteur wurde der Publizist Johann Voldemar Jannsen, der Vater der Nationaldichterin Lydia Koidula.

Während der Sowjetzeit hieß die Zeitung Edasi (Vorwärts). Die Redaktion wurde von der Kommunistischen Partei gelenkt. Nach der Wiederherstellung der estnischen Unabhängigkeit wurde der Postimees 1991 wiedergegründet. Nach vielen erfolgreichen Jahren ist jedoch ein erbitterter Kampf zwischen dem langjährigen früheren Chefredakteur und Vorstandsvorsitzenden Mart Kadastik und dem neuen Eigentümer Margus Linnamäe entbrannt.

Linnamäe, mit einem geschätzten Vermögen von 185,4 Millionen Euro auch Oligarch Estlands genannt, jedoch ohne journalistischen Hintergrund, wollte nach dem Aktienkauf die Zeitung umstrukturieren. Dies führte zu großen Spannungen und einer regelrechten Schlammschlacht. Viele frühere Spitzenjournalisten, darunter Chefredakteurin Merit Kopli – jetzt als Kulturattaché in Berlin – haben die Redaktion schon verlassen. Unterdessen wurde bekannt, dass auch die Meinungsredakteurin Urve Eslas ausscheidet und nun als Beraterin des Ex-Staatschefs Toomas Hendrik Ilves tätig wird. (Aino Siebert / Bearbeitung: Thomas Michael)

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