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Neues Buch: Das Zeitalter der Weltkriege 1914-1945

 

Das Zeitalter der Weltkriege 1914 - 1945, BuchcoverVon Aino Siebert

Nicht nur auf den anderen Kontinenten, sondern auch in Europa werden trotz grausamer Erfahrungen im Ersten (1914-1918) und Zweiten Weltkrieg (1939-1945) die Konflikte weiterhin mit Waffengewalt gelöst.

Neben den großen Weltkriegen haben im 20. Jahrhundert noch der griechischer Bürgerkrieg (1946-1949), der Zypernkonflikt (1974), die Jugoslawienkriege und Kampfhandlungen in Kroatien (1991-1995), zwei Tschetschenienkriege (1994-1996 und 1999-2009) und ein bewaffneter Konflikt in Kosovo im Jahr 1998 stattgefunden. Vor rund eineinhalb Jahren begann die kriegerische Auseinandersetzung in der Ostukraine und entstand die Krimkrise.

Aus diesem Hintergrund ist es zu begrüßen, dass der deutsche Historiker Ernst Piper im Edition LingenStiftung ein Buch „Das Zeitalter der Weltkriege 1914-1945“ veröffentlicht hat. Das rund 300-seitige Werk richtet sich an ein allgemein gebildetes Publikum. Die Texte sind ergänzt durch reichliche Bebilderung und historische Karten. Dadurch sind die Geschehnisse während der beiden Kriege und in der Zeit dazwischen gut zu verfolgen.

In einer Biobliografie steht eine Liste von weiteren Werken, die sich mit dem Thema „Weltkriege“ beschäftigen.

Konsequenzen der Kriege

Der Erster Weltkrieg führte zur Bildung zahlreicher neuer Staaten, auch die baltische Länder Estland, Lettland und Litauen konnten sich vom russischen Zarenreich lösen und eigenständige Staaten gründen. Doch umfangreiche territoriale Veränderungen des Nachkriegszeit führten dazu, dass Millionen von Menschen ihre angestammte Heimat verlassen mussten. Unter anderem die Juden, die in Palästina einen eigenen Staat aufbauten. Nach dem Ende des bewaffneten und äußerst blutigen Konfliktes wurde jedoch klar, dass Krieg nicht eine legitime Fortsetzung der Politik sein kann. Erstmals in der Geschichte wurde über Kriegsschuld, Kriegsverbrechen und deren Verurteilung durch die unabhängige Justiz debattiert.

Dennoch überfiel Adolf Hitler nur 21 Jahre später, am 1. September, mit dem Einverständnis seines russischen Diktator-Kollegen Jossif Stalin, Polen. Die Rote Armee der Sowjetunion marschierte laut Vereinbarung wiederum am 17. September 1939 in Ostpolen ein. Im Sommer 1940 okkupierte die Rote Armee noch Baltikum. Der teuflische Pakt, dessen Geheimprotokolle bis 1989 unter Verschluss blieben, wurde nur eine Woche vor Hitlers Überfall auf Polen, am 23. August 1939 in Moskauer Kreml, von hohen Regierungsvertretern Sowjet-Russlands und Nazi-Deutschlands unterschrieben. Diese Abkommen ermöglichte Hitler den Zweiten Weltkrieg zu beginnen.

Noch bevor die Kriegsverhandlungen zu Ende gingen, waren die baltische Staaten von Sowjetunion zum zweiten Mal, diesmal endgültig besetzt und konnten erst 1991 nach der Zerfall der Sowjetunion ihre Souveränität wiederherstellen. Während der Nürnberger Prozesse (1945-1949) wurde nur das Kriegsverbrechen der Deutschen Nazis verhandelt.

Verständliche Analysen

Das Buch von Ernst Piper ist interessant und verständlich. Den Herausgeber ist es gelungen noch andere Historiker, unter ihnen Stig Förster („Der totale Krieg“), Sönke Neitzel („Der Bombenkrieg“), Christopher Kopper („Die Finanzierung des Krieges“), Thomas Weber („Adolf Hitler und der Erste Weltkrieg. Erfahrungen und Konsequenzen“) und viele andere zu verpflichten.

Die Analysen in der Werk geben uns einen Überblick darüber, wie die Kriege oder Ideologie Faschismus entstanden sind und zu welchen Leid: Flucht, Vertreibung, Kriegsverbrechen sie führten.

Das Leben in Europa ist heute durch militärische Auseinandersetzungen wieder unsicher geworden. Niemand will eigentlich einen Krieg. Doch unsere eigenes Verhalten, unter anderem (passive) Unterstützung für Hassredner und Wutbürger oder falsche Entscheidungen der Politik können heute noch zu einen Weltkrieg führen.

Damit dies nicht passiert, müssen wir uns Zeit nehmen, uns mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Ernst Piper und seine Co-Autoren haben mit dem neuen Buch einen exzellenten Beitrag dazu geleistet. Das Buch ist vor allem für die Generation zu empfehlen, der eigene Erfahrungen über den Krieg fehlen.

Zu erwähnen sei, dass zwei frühere Bücher von Ernst Piper auch ins Estnische übersetzt worden sind: „Alfred Rosenberg“ (Hitlers Chefideologe war in estnischen Hauptstadt Tallinn geboren) und „Savonarola“ (er war ein italienischer Kleriker und erregte Aufsehen mit seiner Kritik am Lebenswandel des Herrscher. Damit gehört der Italiener zu den Vorläufen-Figuren der Reformation. Girolamo Savonarola wurde 1498 hingerichtet).

Ernst Piper (hg) Das Zeitalter der Weltkriege 1914 - 1945. Edition Lingen Stiftung, 304 Seiten, Euro 24,95

Foto: © Buchverlag

 

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