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Galina Timtschenko gründet in Lettland „Medusa“

Screenshot Lenta.ru bei der Entlassung von Galina TimtschenkoScreenshot Lenta.ru bei der Entlassung von Galina TimtschenkoDie russische Journalistin und ehemalige Chefredakteurin des unabhängigen Internetportals Lenta.ru, Galina Timtschenko, hat in Lettland einen neues freies Medium „Medusa“ gegründet. Die russischsprachige Internetzeitung soll im Oktober ins Netz gehen.

Mit dem neuen Portal will sie ihren Landsleuten neutrale, auf Fakten basierende Informationen über Russland, die Ukraine und die Welt anbieten und so die Propagandamaschinerie des Kremls unterbrechen. Neben Mitteilungen aus anderen Zeitungen will Timtschenko unabhängige, in Russland blockierte Blogs analysieren. Es werden aber auch redaktionseigene Artikel und Reportagen veröffentlicht. Vor allem über die Themen, die im Putin-Reich wegen Zensur nicht mehr publiziert werden dürfen.

„Medusa“ hat auch schon an die eigene Sicherheit gedacht: Um nicht selbst blockiert zu werden, sind in die Webseite technische Sicherungen eingebaut.

Timtschenko arbeitete zehn Jahre für Lenta.ru. Im März wurde sie wegen ihrer unabhängigen Berichterstattung über die Ukraine freigestellt und durch eine kreml-treue Führungsperson ersetzt. Der neue Chefredakteur ist Alexei Goreslawski. Der Eigentümer Alexander Mamut reagierte mit der Entlassung von Timtschenko auf die Beschwerde staatlicher Medienkontrolleure, die dem Portal die Verbreitung von „Material extremistischer Natur“ vorwarfen. Die Netzzeitung publizierte nämlich auch detaillierte Berichte über Antagonisten von Kreml-Chef Wladimir Putin, unter anderem der Punkband Pussy Riot und dem Oppositionsführer Alexei Nawalny. Kurz vor Timchenkos Freistellung hatte eine Moderatorin des Putin-nahen Senders „Russia Today“, Liz Wahl die russische Politik in der Ukraine während einer Live-Sendung verurteilt und sich danach selbst entlassen.

Die „Medusa“-Redaktion in Riga hat zehn Mitarbeiter, die Arbeit wird von Personen finanziert, die der Öffentlichkeit unbekannt sind. Timtschenko selbst gibt für das Medium fast ihre gesamte Abfindung, die sie von ihren früheren Arbeitgeber, Lenta.ru bekommen hat. Man rechnet mit Kosten von etwa einer Million Dollar pro Jahr. Das neue Portal beschäftigt auch freie Mitarbeiter in Russland.

 

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