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Feierliche Verabschiedung des estnischen Kulturattachés

 

Harry LiivrandHarry LiivrandÜlo Salm, Berlin

Am 17. Juni (für die Deutschen ein besonderer Tag*) fanden in der Botschaft Estlands in der Berliner Hildebrandstraße drei besondere Ereignisse gleichzeitig statt: Eine Vernissage mit Bildern der Malerin Anne Parmasto, ein Konzert mit der Mezzosopranistin Monika-Evelin Liiv nebst der Pianistin Marje Lohuaru und die festliche Verabschiedung des Kulturattachés Harry Liivrand, der an diesem Tage zudem seinen fünfundfünfzigsten Geburtstag feiern konnte.

Anne Parmasto, die an der Universität Tartu als Dozentin für Malerei arbeitet, hatte schon als junge Frau Mitte der achtziger Jahre Ausstellungserfolge und hat es bis jetzt zu zahlreichen Ausstellungen in Estland, Deutschland und den USA gebracht. Ihre Werke finden sich in vielen Sammlungen in mehreren Ländern in Europa und Übersee. Mit ihren großformatigen und farbintensiven abstrakten Bildern hat Parmasto in der Kunstwelt großen Beifall geerntet. Besonders beeindruckend sind die Abstraktionen der glühenden Sonne Spaniens, die dem Betrachter in starken Gelb- und Rottönen entgegenleuchten. Die Künstlerin scheut sich aber auch nicht davor, sich dem Gegenständlichen in einer Art zu nähern, die einen Hauch von Kitsch hat, wie kleinformatige und goldumrandete Bilder aus Venedig zeigen. Ganz anders empfindet sie die Küstenlandschaften ihrer Heimat, die sie in reichhaltigen Blauschattierungen wiedergibt.

An Monika-Evelin Liiv könnte eine Wagner-Sängerin verloren gegangen sein. Allerdings ist sie bisher in Opern von Händel, Mozart, Verdi und Tschaikowski aufgetreten und wird demnächst an der Estnischen Nationaloper und am Royal Opera House in London debütieren. An diesem Abend sang sie Lieder der estnischen Komponisten Rudolf Tobias, Artur Kapp, Konstantin Türnpu und Vello Lipand sowie Pjotr Tschaikowski, Sergei Rachmaninow und Francesco Cilea. Als Zugabe bot sie zur Begeisterung der Zuhörer in Estnisch und im englischen Originaltext zu Ehren von Harry Liivrand „Happy Birthday to you …“. Liiv ist eine stimmgewaltige Sängerin und damit der geborene Operndiva. Die recht großen Räume der Estnischen Botschaft konnten ihrem Stimmvolumen kaum gerecht werden.

Marje Lohuaru arbeitet als Professorin an der Estnischen Musik- und Theaterakademie. Sie hat sich auf Kammermusik spezialisiert und leitet auch das Zentrum für instrumentale Kammermusik. Auf internationaler Ebene fungiert sie als Vorsitzende der Europäischen Assoziation für Kammermusikpädagogen. An diesem Abend begleitete sie die Sängerin in sehr einfühlsamer Weise am Flügel. Es dem Publikum versagt, Lohuaru als Solistin zu erleben.

Harry Liivrands Auftritt in eigener Sache bildete den Abschluss und den Höhepunkt des Abends. Wie es seine Art ist, lieferte er in humoriger Weise eine ausführliche und sehr informative Darstellung all der Aktivitäten, die er im Verlauf seiner fünfjährigen Tätigkeit in Berlin entfaltet hat. Dazu gehörten 30 Ausstellungen, 4 internationale Festivals, viele Konzerte und unüberschaubare andere Bemühungen, verbunden mit der Aufbereitung des Bodens für seine Nachfolge. Den Abschluss seiner Rede bildete ein eigenes lustiges Gedicht als Loblied auf Berlin mit Anspielungen auf Kiezkultur und alternative Szenen und mit dem – etwas wehmütigen – Fazit, er habe doch noch einen Koffer in Berlin. Das hoffen alle, die ihn und seine fantastische Arbeit kennengelernt haben.

Im Lauf des Sommers findet in der Botschaft das große Revirement fast des gesamten Personals statt. Auch die Botschafterin Kaja Tael musste sich verabschieden und ihren letzten öffentlichen Auftritt bekanntgeben. Hoffen wir alle, dass die Botschaft so lebendig bleibt, wie sie es in den letzten fünf Jahren war.

*Am 17.Juni 1953 fand in der damaligen DDR der große Volksaufstand statt. Der Gedenktag wurde alsbald nach der Wiedervereinigung Deutschland durch den „Tag der Deutschen Einheit“, den 3. Oktober, ersetzt.

Foto: © Außenministerium Estlands

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