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Estnische Konzerte in Berlin vor der Sommerpause

 

Tobias StreichquartettDas Tobias Streichquartett
Foto: © A. Wichmann
Von Ülo Salm, Berlin

Vor Beginn der Sommerpause und vor dem großen personellen Revirement in der Botschaft Estlands gab es zwei sehr schöne Konzerte, das eine in der Botschaft, das andere im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt.

 

Am 3. Mai präsentierte die estnische Botschaft ein Konzert mit Cello und Klavier. Es war gelungen, die international bekannte und zu den besten Cellistinnen der Welt gehörende Anja Lechner zu gewinnen sowie den estnischen Komponisten und Pianisten Tõnu Kõrvits.

Nach einführenden Worten der Botschafterin Dr. Kaja Tael gab Kulturattaché Harry Liivrand einen Abriss über Leben und Karriere von Kõrvits, und die Musikwissenschaftlerin Professor Kristel Pappel gewährte dem Publikum einen Einblick in sein musikalisches Schaffen und seine Werke („Kõrvits ist der Arvo Pärt seiner Generation“).

Das musikalische Motto des Abends hätte lauten können „Keine Angst vor schönen Melodien“. Gespielt wurden sechs Kompositionen von Tõnu Kõrvits. Seine Musik ist geprägt von romantischen und gefühlvollen Landschaftseindrücken, romantischen Emotionen, estnischer Volksmusik und ein wenig auch von Elementen aus Jazz, Blues und Rock.

Für diejenigen aus dem Publikum, die der Musikwelt beruflich verbunden oder sonst sehr nahe stehen, war auch interessant zu erleben, auf welche Weise der Komponist seine eigenen Werke interpretiert .

Kõrvits ist Inhaber ungezählter internationaler Preise. Seine Werke werden in aller Welt von führenden Orchestern aufgeführt. Zur Zeit lehrt er an der Estnischen Musik- und Theaterakademie in Tallinn Komposition und Orchestrierung.Komponist und Pianist Tõnu KõrvitsKomponist und Pianist Tõnu Kõrvits
Foto: © Mõistlik / Wikipedia

Es gab die Möglichkeit, eine CD mit Werken von Anja Lechner und Tõnu Kõrvits zu erwerben. Sie fand beim Publikum reißenden Absatz. Wie meist bei Veranstaltungen derivativen Botschaft, klang der Abend bei guten Gesprächen und einem Glase Wein aus. Es wurde spät.

 

Der Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte gilt als einer der schönsten Plätze Europas, gekrönt vom Konzerthaus, dieses flankiert vom Deutschen Dom und dem Französischen Dom. Dieses wunderbare Ambiente ist so recht geeignet, den Besucher für ein genussvolles Kulturerlebnis einzustimmen.

Im Kleinen Saal des Konzerthauses gab es am 15. Mai eine kammermusikalische exklusive Aufführung von Werken estnischer Komponisten. Es spielte das estnische Tobias Streichquartett. Aufgeführt wurden Werke der Komponisten Arvo Pärt, Rudolf Tobias und Jüri Reinvere.v.l. Dramaturg des Usedomer Musikfestival Jan Brachmann, Komponist Jüri Reinvere und Kulturattaché Harry Liivrand © Arvo Wichmannv.l. Dramaturg des Usedomer Musikfestival Jan Brachmann, Komponist Jüri Reinvere und Kulturattaché Harry Liivrand
Foto: © Arvo Wichmann

Das Konzert begann nach einführenden Worten des estnischen Kulturattachés Liivrand und seiner Ankündigung, nach dem ersten Teil und vor der Pause werde Professorin Pappel erläuternde Worte zu den Komponisten und ihre Werke sprechen. Ausgesucht waren durchweg Kompositionen ernsterer Art, allerdings fern jeglicher Trauermusik oder tragischer Elemente. Manche Musikaufführungen sind ermüdend, vor allem für Zuhörer, deren Musikvorlieben andersartigen Genres gelten. Davon konnte hier keine Rede sein. Einige Besucher aus orientalischen Gefilden waren von der Schönheit dieser nordischen Musik sehr angetan und lauschten ihr geradezu andächtig.

Fast noch mehr Beifall als die Musiker konnte Professorin Kristel Pappel ernten, nachdem sie in freier Rede einen kurzen, spannenden und brillanten Vortrag zu den Komponisten und ihren Werken gehalten hatte.

Es war ein gelungener Abend und ein hervorragender Beitrag zum Bemühen der estnischen Musikwelt, das deutsche Publikum mit ihr vertraut zu machen.

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