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„Frühjahrsoffensive“ der Estnischen Botschaft

Mihkel PollMihkel PollVon Ülo Salm, Berlin

Das Kulturprogramm der Botschaft Estlands für dieses Jahr eröffnete am 22. April mit einem Frühlingskonzert in den schönen und großzügigen Räumen der Botschaft.

Man hatte den in Tallinn lebenden jungen Pianisten Mihkel Poll engagiert. Der erst 27-jährige Gastkünstler stellte mit zeitgenössischen Stücken der Komponisten Béla Bartók, George Enescu, Tônu Kôrvits, Lepo Sumera und Arvo Pärt sein hohes Talent wie auch seine Liebe zur Moderne unter Beweis. Die in den ausgewählten Kompositionen überwiegenden Crescéndo-Passagen wurden von Poll mit sichtbarem körperlichen Einsatz gespielt. Nicht unbedingt etwas für die Liebhaber sanfter klassischer Musik, doch angesichts des hohen Niveaus der Darbietungen vom Publikum ausnahmslos mit großem Beifall aufgenommen.

Umrahmt wurde das Konzert von einer Ausstellung der estnischen Malerinnen Mari Roosvalt und Mara Ljutjuk , die seit dem 8. April läuft. Die zur Schau gestellten acht abstrakten Bilder Roosvalts stammen aus den Jahren 2010 bis 2012. Ljutjuks zehn figurative Werke in minimalistischer Manier umfassen die Jahre ihres Schaffens von 2001 bis 2011.

Die 1978 geborene Mara Ljutjuk (sie ist die Nichte Mari Roosvalts) konnte ihren Stil entwickeln, ohne vom früher herrschenden „Sozialistischen Realismus“ in irgendeine Richtung genötigt zu werden, entwickeln. Schwerer hatte es ihre Tante, die nach der politischen Wende auf zahllosen Ausstellungen im In- und Ausland erfolgreich reüssieren konnte. Die Ausstellung ist noch bis zum 8. Juni d.J. zu sehen.

Wie in der Botschaft schon Tradition, gab es nach dem Konzert noch ausgiebig Gelegenheit zu geselligem Beisammensein und guten Gesprächen bei einem Glas Wein.

 

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