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Letzte Zeuge, Rochus Misch verstorben

 

Rochus Misch, bekannt aus seinem Lebenserinnerungen „Der letzte Zeuge“ ist am 5. September in Berlin verstorben. Er wurde 96 Jahre alt. Einen Vorwort zu dem 2009 erschienenen Buch hat der Holocaust-Überlebende Ralph Giordano geschrieben.

Geboren 1917 im oberschlesischen Alt-Schalkowitz gehörte Misch nach der förmlichen Musterung von 1940 bis 1945 zur Leibstandarte Adolf Hitler, zuletzt war er Telefonist im Berliner Führerbunker. Am Schluss war sein Dienstgrad SS-Oberscharführer, im Deutschen Reich von 1933 bis 1945 der niedrigste Rang der Dienstgradgruppe der Unteroffiziere mit Portepee der Schutzstaffel (SS). Nach eigenen Angaben gehörte Misch nie der NSDAP an. Dr SS-Mann war der letzte Zeuge, der die Leichen Hitlers und dessen Frau Eva Braun nach deren Freitod 1945 gesehen hatte. Bis zuletzt hat der getreue Stabsangehörige, wie alle engen Mitarbeiter, den Diktator „Chef“ genannt.

Im Geist bis zuletzt ein überzeugter Mann Hitlers
Rochus Misch war, wie ein Germane nach Hitlers Geschmack, ein sportlicher, kolossaler Mann. Er stammte aus einfachen Verhältnissen - der Vater war Bauarbeiter - und hatte sich nach der Volksschule zum Maler ausbilden lassen. Der Aufstieg kam für den einfachen Mann, der schon früh seine Eltern verlor und bei Großeltern aufwuchs, durch die Mitgliedschaft in der Militäreliteeinheit Hitlers, der Waffen-SS, in die er schon mit 19 Jahren eingetreten war. Zuerst wurde Misch bei der Besetzung Österreichs, später des Sudetenlandes eingesetzt. Beim Überfall auf Polen wurde er schwer verletzt. Wieder gesund, kam Misch auf Empfehlung von Kompaniechefs Wilhelm Mohnke in das Begleitteam des Führers. Auch wenn er nie eine leitende Position oder einen Offiziersrang im Hofstaat Hitlers erreichte, war er im Führer-Hauptquartier eine Vertrauensperson.

Dem SS-Angehörigen fehlte bis zu seinem Lebensende ein kritischer Blick auf den Nationalsozialismus. Er behauptete, nicht von Ermordung von Juden gewusst zu haben, und bezeichnete laut der Zeitung Die Welt die fünf Jahr, die er mit Tyrannen verbrachte, als die schönsten seines Leben. Er konnte sich den zu ihm freundlichen Diktator einfach nicht als Mörder vorstellen. Den Regimekritiker und Hitler Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg bezeichnete er als „Kameradenmörder“. In einem Interview mit der Zeitschrift P.M. wurde Misch diesbezüglich gefragt: „Sie haben das Stauffenberg-Attentat einmal als ‚Kameradenmord‘ bezeichnet. Sind sie noch heute dieser Meinung?“ „Ja, weil vier Kameraden starben“ antwortete Hitler-Telefonist.

In Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion
Nach der Krieg wurde Misch wegen seine Nähe zur Hitler von Rotarmisten festgenommen und in die Sowjetunion geflogen. Im berüchtigten Militärgefängnis Butyrka in Moskau wurde er verhört und gefoltert. Erst 1953, nach dem Tod von Stalin, kam der SS-Mann wieder frei. Durch traumatischen Erlebnissen in seiner Gefangenschaft in Kasachstan und im Ural konnte der frühere Mitarbeiter Hitlers seine Ausbildung zur Bauzeichner nicht vollenden. Er übernahm ein Malergeschäft in Berlin-Schöneberg und arbeitete dort bis zu seinem 68 Lebensjahr. Er war seit 1942 mit einer Sozialdemokratin bis zu derem Tod verheiratet und hatte eine Tochter.

Mehr Informationen www.rochus-misch.de

 

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