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Estnischer Fernfahrer: „Meine größte Angst sind die Flüchtlinge“

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Lkw's auf der Autobahn - Symbolbild Ants, ein estnischer Fernfahrer, ist seit vier Jahren auf den Straßen Europas unterwegs. Sein tägliches Trauma seien die Flüchtlinge, berichtet er dem estnischen Nachrichtenportal Delfi. Die Asylsuchenden kommen leicht unbemerkt in die Fahrzeuge, und die Strafen für ungewollte Mitnahme können ein Monatsgehalt übersteigen.

Ants’ meistbefahrene Route führt ihn mit vollen Ladungen Holz zu neunzig Prozent nach England, Rest Frankreich. In Lettland oder Litauen geht es an Bord, und die Seereise endet in Travemünde oder Kiel in Deutschland. Am Steuer geht es westwärts durch Holland und Belgien ins französische Dunkerque (Dünkirchen) und mit dem Frachter nach Dover, am Ärmelkanal in England. Einige Fernfahrten gehen aber auch fast vollständig über Land – sie führen durch Polen und Deutschland nach Frankreich, denn sein Arbeitgeber betreibt mehrere Frachtlinien.

Die meisten Menschen, die ihre Heimat verlassen haben und nun eine bessere Zukunft in einem Land mit hohem Lebensstandard erhoffen, versuchen dem LKW-Fahrer zufolge, in Travemünde oder Dünkirchen aufzuspringen. Glücklicherweise habe Ants noch nie Calais an der nordfranzösischen Küste mit dem Beginn der Eurotunnelstrecke anfahren müssen, denn dort gebe es Glückssuchende zuhauf. Das ganze Hafengebäude sei überfüllt, die Toiletten seien mit arabischsprachigen Schildern ausgestattet worden und chronisch überlastet. Geld hätten die Flüchtlinge, denn sie suchen teure Restaurants auf und zahlen mit Fünfhundert-Euro-Scheinen.

Die Art und Weise, wie Flüchtlinge in den Warteschlangen der Lastzüge unbemerkt einsteigen, sind vielfältig. Da die Warteschlangen bis auf die nahe, unbeleuchtete Autobahn hinausreichen, die LKW nachts das eigene Licht nicht brennen lassen können und die Fahrer schlafen oder auch einmal fortgehen, können die Menschen oft unbemerkt durch die Hecktür einsteigen, nachdem sie das Vorhängeschloss aufgebrochen haben. Andere schlitzen die Plane auf, kriechen in den Laderaum und verkleben den Schlitz von innen wieder. Dabei helfen Flüchtlinge einander: bis zu vier Helfer sind da, damit einer einsteigt.

Dann das Dach: es ist leicht zu erreichen, das Material leicht aufzuschneiden. Asylträumer seien gute Kletterer, sagt der Este. Versucht ein Brummifahrer, einen Flüchtling am Einsteigen zu hindern, so drohen ihm Messerstiche und andere Attacken, weshalb die Lenker sich mitunter nicht mehr trauen, aus der dem Fahrerhaus auszusteigen. Die mit Autos und Motorrädern patrouillierende französische Polizei interessiere sich nur für die Ordnung in den Wartereihen, nicht aber für die Menschen, die sogar bei der Suche nach illegalen Reisemöglichkeiten den Verkehr behindern.

Auf die Frage, inwieweit LKW-Fahrer wissentlich Glückssuchende verstecken, meint Ants, das traue er hauptsächlich den „Südländern“ zu – er meint Rumänen, Bulgaren und Polen. Fahrer aus den baltischen Staaten täten so etwas nicht. Die Strafen sind zu hoch, mit 2000 Euro pro gefundenem Flüchtling für Viele mehr als ein Monatsgehalt.

Wenn Großbritannien mit seiner Fürsorge aufhören, sprich seine Flüchtlingspolitik ändern würde, wäre die Situation nicht so schlimm, beantwortete der Este die Frage nach Lösungsmöglichkeiten. Selbst ist Ants, wie auch viele andere seiner Landsleute, ein Gegner dieser Massenzuflucht: „Sie bedeuten für unsere Kultur und unser Gemeinwohl eine große Gefahr. Seitens Estlands ist die Bedrohung indes nicht so groß, weil das Land den Asylsuchenden den erhofften Komfort nicht bieten kann. Dann besteht die Epidemiengefahr, und vor Allem die Islamisierung! Man könnte schon von einer bewussten Islamisierung reden. Und schließlich der Terror. Ich kenne keinen Berufskraftfahrer, der keinen Hass auf Flüchtlinge hat, sind doch die Wenigsten Kriegsflüchtlinge. Ich bin mir sicher, das mindestens achtzig Prozent der Menschen, die zur Zeit auf der Flucht sind, weder arbeiten oder die Sprache lernen wollen.“

Flüchtlinge machen das Leben der Fernfahrer schwer

Wie auch alle anderen Brummifahrer in Europa, bekommt auch Ants für seinen Arbeitseinsatz einen bescheidenen Lohn. Die Arbeit ist nicht leicht, denn LKW-Fahrer müssen ihre Ladungen rechtzeitig abholen und abliefern. Wenn auf den Schnellstraßen Unfälle passieren oder Staus entstehen, wird es schwierig, den Arbeitgeber zufrieden zu stellen. Dazu kommen noch die per Gesetz vorgeschriebenen Pausen, einfache Verpflegungsmöglichkeiten, inklusive Duschen an Rasthöfen. Ants gibt sich meistens mit belegten Broten oder mit heißem Wasser aufzubrühenden Suppen zufrieden, leistet sich aber auch Mahlzeiten im Restaurant, die zwar teuer aber ihm den Genuss wert sind. Geschlafen wird im Fahrerhaus, an Verladestellen und ab und zu auch in Fernfahrerquartieren.

Wer das Leben der Fernfahrer kennt, wundert sich nicht, dass die aktuelle Flüchtlingskrise eine große zusätzliche Belastung für die Brummilenker bedeutet, denn die Glückssuchenden haben einen unglaublichen Willen. Sie sind bereit alles zu riskieren, um ein Land zu erreichen, in dem es ihnen, so glauben sie fest, besser geht. Sie ignorieren einfach die Tatsache, dass auch in Großbritannien die Flüchtlinge auf Dauer in einem Ghetto in der Illegalität leben. „Dschungel“ nennen sie ihre wilden Lager im französischen Calais, wo auch die Gesetze der Wildnis herrschen. (Zusammenfassung: Thomas Michael, Mitarbeit Aino Siebert)

Symbolfoto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

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