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Flüchtlinge: Niemand will nach Litauen

 

Flüchtlinge in September 2015 in MünchenFlüchtlinge in September 2015 in MünchenDer litauische Innenminister Elvinas Jankevičius teilte während seines Besuchs in Griechenland laut der baltischen Nachrichtenagentur BNS am 8. Oktober mit, dass bis dato keiner der syrischen Flüchtlinge Interesse gezeigt hätte nach Litauen geschickt zu werden. Dementsprechend sei es schwierig, die Menschen gegen ihren ausdrücklichen Willen nach Litauen zu bringen.

Das größte baltisches Land hat sich nach langer Überzeugungsarbeit durch die Europäische Kommission im Rahmen der aktuellen Quotenverhandlung zur Aufnahme von rund 1000 Schutzsuchenden aus südeuropäischen Flüchtlingslagern bereit erklärt. Doch Litauen besteht weiterhin auf die völlige Freiwilligkeit bei der Quote. Ebenso will Vilnius die Asylbewerber, die das Land aufnehmen soll, genau überprüfen.

Jankevičius war mit einer Delegation in Griechenland und Italien unterwegs. Das Ziel der Reise war Überprüfung von Verlegungsprozeduren und Auswahlverfahren der Schutzsuchenden.

Ansip mahnt in Vilnius zu Solidarität

Andrus Ansip, stellvertretender Vorsitzender der EU-Kommission, hat ebenso am 8. Oktober bei seinem Besuch in Litauen zur Verbundenheit mit Flüchtlingen aufgerufen. «Wenn schutzsuchende Menschen um Hilfe bitten, dann ist es unsere Pflicht, ihnen zu helfen», sagte der ehemalige Premierminister Estlands in Vilnius. Er erinnerte sich an die Flucht der Balten nach dem Zweiten Weltkrieg vor dem kommunistischen Terror. Damals haben Hunderttausende von Esten, Letten und Litauer in anderen Ländern Schutz gesucht, aber heute wollen die baltischen Staaten lieber keine Flüchtlinge aufnehmen. Im übrigen, nach der Wiedererlangung der staatlichen Souveränität im Jahr 1991 kamen viele im Exil lebende Esten, Letten und Litauer zurück in ihre Heimatländer und besetzten dabei hohe politische Ämter. Unter ihnen war auch Estlands amtierende Staatsoberhaupt Toomas Hendrik Ilves, die ehemalige lettische Präsidentin Vaira Vīķe-Freiberga oder der litauische Generalstabschef Jonas Kronkaitis, ein Exil-Litauer, der 27 Jahre in der US-Armee diente.

Foto: © Jan E. Siebert

 

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