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Baltikum-Blatt auf der Grünen Woche: Estland gestaltete prächtige Auftaktzeremonie

Estnische Künstler gestalteten den AbendEstnische Künstler gestalteten den Abend

Von Aino Siebert aus Berlin

Estland präsentierte sich als Partnerland auf der diesjährigen weltweit größten Agrarmesse Grüne Woche, welche der frisch gebackene und gut gelaunte Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Hans-Peter Friedrich, am 16. Januar im Berliner Kongresszentrum ICC eröffnete.

5000 Ehrengäste waren zur Auftaktzeremonie eingeladen. Begrüßungsworte übermittelten Dr. Christian Göke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin GmbH, sowie Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit. Es folgten Ansprachen von Jürgen Abraham, Ehrenvorsitzender der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, EU-Kommissaar Dacian Ciolos und dem estnischen Landwirtschaftsminister Helir-Valdor Seeder.Klaus Wowereit, regierender Bürgermeister von Berlin, fand warme Worte zu EstlandKlaus Wowereit, regierender Bürgermeister von Berlin, fand warme Worte zu Estland

Estland seit 1994 auf der Grünen Woche dabei
Seeder brachte vor, dass Estland auf der internationalen Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau, Grünen Woche ununterbrochen seit 1994 dabei ist. Einst wurden den Besuchern nur hölzerne Souvenirs gezeigt, denn Lebensmittel waren (noch) nicht zugelassen. Auch habe sich die Standgröße von 40 auf bis zu 450 Quadratmeter in diesem Jahr erhöht. Beliebteste Produkte auf der Messe seien Honig, Kama-Mehl *), Käse und Wildfleisch.

Der Minister berichtete dem Publikum, dass estnische Lebensmittel aus einer sauberen Natur stammen, denn das Gebiet Estlands ist mit 50 Prozent mit Wald, 20 Prozent mit Moor und Sumpf bedeckt. So bleiben 20 Prozent für die Landwirtschaft. Von diese Nutzfläche sind sogar 15 Prozent biologisch zertifiziert. Rasant ist in Estland zudem die Milchqualität gestiegen und die Zunahme der Produktion probionischer Produkte. Durch viele Wälder und Moore werden reine Naturprodukte für die hochwertige Nahrungsmittelerzeugung benutzt, in der Welt sind estnische Beeren, Pilze und natürlich Wildfleisch begehrt. In Estland leben mehr als 10.000 Elche und 20.000 Wildschweine.Baumdekoration

Das kleine Land hat eine 3800 Kilometern lange Küstenlinie, tausend Inseln und tausend Seen. Dies bedeutet, dass in Estland auch viel Fisch verzehrt wird. Gefischt wird aber nicht nur auf dem offenen Meer, sondern auch auf den Binnengewässern.

Estnische und deutsche Küche ähneln sich
Deutschland ist sowohl beim Export als auch beim Import von Nahrungsmitteln auf dem Rang fünf. Weniger geht nicht, meinte Seeder. Es kann nur besser werden, denn die estnische und deutsche Küche ähneln sich. Ein Deutscher fühlt sich in Estland heimisch. Die Esten decken ihren Tisch mit Roggenbrot, Haferflocken, baltischem Hering, auch als großer Strömling bekannt, Schweinebraten mit Sauerkraut und Ofenkartoffeln. In der estnischen Küche werden zudem viele Milchprodukte benutzt, vor allem saure Sahne (estnisch: hapukoor) und Quark. Herkömmliche Speisen haben kulinarische Akzente aus deutschbaltischen und russischen Esstraditionen. Diese Tatsache macht die estnische Esskultur vielfältig und spannend.Emmanuel Wille, Chefkoch von Olde Hansa  Emmanuel WilleEmmanuel Wille, Chefkoch von Olde Hansa Emmanuel Wille

Die Besucher der Eröffnungsfeier konnten sich selbst davon überzeugen. Die feierliche Speisekarte bot Snacks mit frisch gebackenem Kümmelbrot und Neunaugen aus dem Peipus-See an der Außengrenze der Europäischen Union. Es gab Renke mit Hüttenkäsebällchen und Ziegenkäse-Möhrencreme an Rote-Bete-Sauce von Kalamatsi sowie viele weitere delikate Vorspeisen in mundgerechter Form. Am Buffet konnten die Gäste sich noch unter anderem gedünsteter rote Beete mit Sauerrahmsauce, geschichtetem Kartoffel-Graupen-Auflauf, sahnigem Strömlingsauflauf auf gebratener Zwiebel, Barschfrikadellen auf leichter Apfel-Senf Sahnesauce, geräucherte Wildschweinkeule, Schweinebauch Sous-vide, an Demi-glace mit Wildkirschen und Elchfleisch-Würsten in Wachholderbeersauce mit Käse und Pfifferlingen freuen. Als Nachspeise wurde Kama-Creme und Trüffeln angeboten. Head isu! (Guten Appetit!). Das reichliches Speiseangebot war von der Chefköchin des estnischen Präsidenten, Inga Paenurm, in Zusammenarbeit mit dem Verein der estnischen Chefköche zusammengestellt worden.Bio-Wodka aus EstlandBio-Wodka aus Estland

Mittelalter trifft Moderne
In seiner Festrede ließ Seeder auch den Landestourismus nicht aus der Acht. Jährlich besuchen Estland eine Million Touristen aus Finnland, aber nur 100.000 aus Deutschland. Der Landestourismus, so der Minister, beginnt schon in der Hauptstadt Tallinn, in der das Mittelalter auf die Moderne trifft. Die Tallinner Altstadt gehört zum UNESCO Weltkulturerbe, ebenso wie die Insel Kihnu mit ihrer Lokalkultur und den Fischerdörfern. Die stolze Ostseemetropole Tallinn, auch unter Namen Reval bekannt, hat einen am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern mit dem einem der welthöchsten Gebäude, der Olaikirche (estnisch: Oleviste kirik). Neben modernen Hotels in Tallinn bieten etwa tausend Bauernhöfe auf dem Land Besuchern bequeme Übernachtungsmöglichkeiten mit einfachem, doch sehr verführerischem Dorfessen an. Dort haben die Urlauber die Möglichkeit, ihre Freizeit aktiv mit Fahrrad fahren, Wandern, Schwimmen, Wellness-Programm, Fischfang, Jagd, Reiten, Sumpf-Safari oder im Sommer auch mit Besuchen von Freiluftkonzerten- und theatern zu gestalten. Auch im Winter ist Estland durchaus nicht nur für Langläufer attraktiv. Der stressige Stadtmensch kann derestnischen sauberen Natur und Dank der estnischen Gastfreundschaft Erholung pur erleben.Estonian VoicesEstonian Voices

Spannendes und vielfältiges Musikangebot
Die besten Botschafter Estlands in der Welt sind Musiker wie etwa Neeme Järvi oder Arvo Pärt. Von der jüngeren Generation seien die Söhne des Maestro Järvi, Paavo und Kristjan, aber auch Anu Tali, Erkki-Sven Tüür und viele andere zu empfehlen. Bei dem Einführungsvideo auf der Eröffnungsfeier war Pärt´s wunderbare Komposition „Spiegel im Spiegel“ zu hören.

Auch für Freunde moderner Musik hat Estland viel anzubieten: Für Jazzfreunde Jazzkaar Festival, für Rockfreunde Raba-Rock, für Schlagerfreunde Tõrva Loits, für Klassikfans das Leigo Seemusik in Süd-Estland.

Estonian Voices, im Hintergrund  ZetodEstonian Voices, im Hintergrund ZetodAlle fünf Jahre finden weltbekannte Sängerfeste statt, im übrigen auch im diesem Jahr www.laulupidu.ee vom 4. bis zum 6. Juli. Jedes Jahr dagegen findet Viljandi Folk statt. Dort können Musikfreunde typische estnische Instrumente kennenlernen, wie Zitter oder die Lippengitarre.

Einen schönen Vorgeschmack zur musikalischen Vielfalt Estlands boten auf der Eröffnungsfeier die Gruppen “Zetod”, “Estonian Voices”, UMA und die Dudelsackspielerinnen Sandra Sillamaa und Kätlin Jaago. Ihren Auftritt nahm das Publikum mit stürmischen Applaus auf. Das Programm war zusammengestellt von Teet Kask. Die “Zetos” wurden für ihre Musik mit dem Volksmusik-Grammy ausgezeichnet.

Estland hat sich bei Auftakt zur Grünen Woche weltoffen, modern und traditionsbewusst gezeigt. Es war ein toller Abend, das noch lange im Erinnerung bleibt.

*) Kama ist eine typische Zutat der estnischen und finnischen Küche. Es ist ein Gemisch aus geröstetem Gersten-, Roggen-, Hafer-, Erbsen- und Bohnenmehl. Je nach Ort variiert die Mischung. In Estland wird Kama meist zum Frühstück, vermischt mit Milch, Buttermilch oder Kefir als Brei genossen, häufig mit Zucker, seltener mit Früchten oder Honig, gesüßt oder mit etwas Pfeffer geschärft. Es wird auch für Milch- oder Sahnedesserts verwendet, zusammen mit den für Finnland und Estland ebenfalls typischen Waldbeeren.

Der Artikel wurde geschrieben mit freundlichen Unterstützung von www.meinfernbus.de

Fotos: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

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