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Mitteldeutsche Zeitung: Immer mehr Senioren greifen zur Flasche

Flaschen mit Spirituosen - Symbolbild

In Sachsen-Anhalt wird Sucht im Alter zunehmend zum Problem. 2012 suchten 380 über 60-Jährige wegen Alkoholproblemen eine Suchtberatung auf - im Vergleich zu 2007 eine Steigerung um 161 Fälle (fast 74 Prozent).

Das geht aus einer Antwort des Sozialministeriums auf eine Anfrage der Landtagsabgeordneten Cornelia Lüddemann (Grüne) hervor. "Das ist ein Problem und darüber müssen wir diskutieren", sagte Sozialminister Norbert Bischoff (SPD) der in Halle am 4. Januar erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung". Bischoff kündigte an, noch im Januar im Psychiatrieausschuss des Landes sowie mit Sozialverbänden und Kirchen das Gespräch zu suchen. "Wir müssen Beratungsmöglichkeiten und Ursachen besprechen", so Bischoff.

Der demographische Wandel erklärt das Phänomen nur zum Teil. Von 2007 bis 2012 stieg die Zahl der über 60-Jährigen um knapp drei Prozent. Im selben Zeitraum stieg die Zahl der Patienten in dieser Altersgruppe, die wegen einer Alkoholvergiftung behandelt werden musste, aber um 20 Prozent: Von 375 auf 450 Fälle. Das geht aus der Krankenhausstatistik des Bundes hervor. Über alle Altersklassen hinweg stieg die Zahl der Alkoholvergiftungen hingegen um neun Prozent. Die 450 Fälle der über 60-Jährigen in Sachsen-Anhalt sind auch im Vergleich zu anderen Bundesländern viel gewesen. In den ähnlich großen Nachbarländern Thüringen und Brandenburg waren es 362 und 298 Fälle. Im dreimal größeren Hessen nicht einmal doppelt so viele: 775 Fälle.

Symbolfoto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

 

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