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ZDF zeigt ab 23. April Event-Dreiteiler „Honigfrauen“

 Szene aus HonigfrauenSzene aus "Honigfrauen"Sommer, Sonne und die Sehnsucht nach Freiheit kurz vor dem Fall der Berliner Mauer im Jahr 1986: Voller Hoffnung auf ein unbeschwertes Leben fernab des heimischen DDR-Regimes und unbeobachtet von ihren Eltern machen sich die Schwestern Maja und Catrin Streesemann (Sonja Gerhardt und Cornelia Gröschel) auf den Weg an den ungarischen Plattensee, dorthin, wo bereits vor der Wende Ost- und Westdeutsche Seite an Seite den Sommer genießen. Doch schon bald geraten die beiden unter die Beobachtung der so genannten „Balaton-Brigade“.

Ihr Urlaub wird jedoch überschattet von der Geschichte ihrer Mutter Kirsten Streesemann (Anja Kling), die ein dunkles Geheimnis und ein ominöser Anruf aus Ungarn dazu bewegt, ihren Töchtern nachzureisen, um das Ärgste zu verhindern – nicht ahnend, dass es noch viel schlimmer kommen sollte. Denn die DDR-Staatssicherheit mit ihrer Spitzeln in Badehosen hat vor Ort ihre Beschattung aufgenommen. Sie passen auf, dass die Versuche der Flucht in den Westen nicht überhandnehmen.

Für die Mädels wird das beste Haus am Platz, ein Hotel für Westler, schon bald zum verbotenen Sehnsuchtsort mit magischer Anziehungskraft. Was mit zwei unschuldigen Urlaubsflirts beginnt, wird zu einer Zerreißprobe für die Schwestern. Und am Ende zu einer Entscheidung, auf welcher Seite sie stehen – politisch wie emotional.

„Den Begriff Honigfrauen “, so Autorin und Produzentin Natalie Scharf, „hörte ich mit 17 oder 18 Jahren zum ersten Mal: So nannten die Jungs aus meiner damaligen Clique die DDR-Mädchen, die sie in Ungarn trafen. Weil die Mädels aus dem Osten einfach witziger und süßer waren. Wir westdeutschen Mädchen fanden das natürlich gar nicht lustig“.

Frage des Muts

„Wie mutig sind wir? Warum ordnet sich ein Mensch einem autoritären Regime unter, während der andere für sein Recht auf Freiheit kämpft? Das sind für mich allgemein menschliche Fragen, die sich nicht auf die DDR beschränken,“ erzählt Regisseur Ben Verbong über seine Arbeit.

Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen (BStU) bringt vor: „Sommer-Urlaub in Ungarn, das war für viele DDR-Bürger ein Stück Freiheit auf Zeit. Dort konnten sie nicht nur unbeschwerte Sommertage genießen, sondern oft auch endlich wieder die Verwandten aus dem Westen treffen – trotz des Eisernen Vorhanges. Am Balaton, dem ungarischen Plattensee, fühlten sie sich fernab von neugierigen Nachbarn, misstrauischen Parteigenossen und den wachsamen Augen des Ministeriums für Staatssicherheit. Eine Konstellation, die scharenweise DDR-Bürger an den ungarischen See lockte“.

„Doch“, so der einstige Gegner der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) und DDR-Bürgerrechtler weiter: „die Idylle war eine trügerische, denn seit Mitte der sechziger Jahre urlaubten am größten See Mitteleuropas nicht nur erholungssuchende Ostdeutsche, sondern auch die Stasi im aktiven Dienst. Als normale Touristen getarnt, tummelte sich die so genannte „Balaton-Brigade“ unter anderem auf Campingplätzen und an Touristen-Attraktionen. Ein großes Netzwerk, bestehend aus hauptamtlichen Agenten und einem verzweigten System aus inoffiziellen Mitarbeitern, spähte die DDR-Bürger im Ferienparadies aus: Wer pflegte am Balaton Kontakt zu Westdeutschen? Wer verhielt sich nicht linientreu? Und vor allem: Wer bereitete seine Flucht aus dem sozialistischen System vor?“

Die Balaton-Brigade war ein Teil der Operativgruppe Volksrepublik (VR) Ungarn. Sie begnügte sich nicht nur mit dem Ausspähen und Überwachen – in Kooperation mit dem ungarischen Geheimdienst setzten die Stasi-Mitarbeiter in Ungarn alles daran, Republikfluchten zu verhindern“, erklärt Jahn, einer der Mitbegründer der oppositionellen Friedensgemeinschaft Jena, den das kommunistische Regime 1983 zwangsweise ausgebürgert hatte. Am 28. Januar 2011 wählte der Bundestag ihn zum neuen Stasi-Archiv-Chef. In diesem Posten ist er Nachfolger von Joachim Gauck und Marianne Birthler.

Die Rollen und ihre Darsteller(innen) :

Catrin Streesemann Cornelia Gröschel
Maja Streesemann Sonja Gerhardt
Kirsten Streesemann Anja Kling
Karl Streesemann Götz Schubert
Rudi Hartwig Franz Dinda
Tamás Szabo Stipe Erceg
Erik Waller Dominic Raacke
Timo Sebastian Urzendowsky
Lilian Alice Dwyer
Lara-Fee Isolda Dychauk
und andere  

Stab :

Buch Natalie Scharf, Christoph Silber
Regie Ben Verbong
Kamera Mathias Neumann
Szenenbild Frank Godt
Schnitt Ronny Mattas
Kostüm Maria Schicker
Maske Jeanette Latzelsberger
Ton Eckhard Kuchenbecker
Musik Dominik Giesriegl, Johannes Brandt
Produktionsleitung Frank Nitz
Herstellungsleitung Frank W. Mähr
Produktion Seven Dogs Filmproduktion
Produzentin Natalie Scharf
Produzenten Daniel Mann, Leif Alexis
Redaktion Alexander Bickel, Corinna Marx


Länge jeweils ca. 89 Minuten

Sendezeiten:

Sonntag, 23. April 2017, 20.15 Uhr
Sonntag, 30. April 2017, 20.15 Uhr und
Sonntag, 7. Mai 2017, 20.15 Uhr

Quelle: ZDF

Foto: Leo Pinter / ZDF

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