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USA: Tod im Hotelzimmer

 

Michail Lesin mit Präsident Wladimir Putin im Jahr 2002Michail Lesin mit Präsident Wladimir Putin im Jahr 2002Michail Lesin (59), der frühere Minister für Presse und Massenmedien (1999-2004) sowie einer der Berater des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Medienfragen, ist US-Medienberichten zufolge gewaltsam ums Leben gekommen. Laut Gutachten des obersten Gerichtsmediziners in Washington war die Todesursache Gewalteinwirkung gegen den Kopf. Außerdem wurden im Obduktionsbericht noch Verletzungen im Nacken, am Oberkörper sowie an Armen und Beinen aufgezählt. Die Behörde hat allerdings nicht bestätigt, dass der Russe eventuell ermordet worden ist.

Der ausgebildete Bauingenieur war am 5. November 2015 auf dem Boden seines Zimmers im Nobelhotel The Dupont Circle in Washington DC tot aufgefunden worden. Zu welchen Zweck er in die US-Hauptstadt gekommen war, ist nicht bekannt. Der Kreml hatte den Tod seines ehemaligen Mitarbeiters im vergangenen November bestätigt. Als Todesursache wurde damals ein Herzinfarkt angegeben. Jetzt ermittelt die Polizei in Washington.

Der Machtmensch hatte dem Kreml geholfen, seinen Machtapparat aufzubauen. Lesin führte neben seiner Beratertätigkeit noch die Gazprom Media Holding und war zusammen mit dem damaligen präsidialen Pressesprecher Alexei Gromow bei der Gründung des staatlichen, mehrsprachigen Propagandakanals Russia Today (RT) dabei. Dadurch spielte er eine führende Rolle, um die freie Presse in Russland mundtot zu machen. Die Journalisten nannten den Architekten der repressiven Medienlandschaft wegen seiner Rücksichtslosigkeit einen „Bulldozer“. Vor rund einem Jahr musste Lesin, ein starker Trinker und Raucher, seinen Posten bei Gazprom aufgeben, angeblich aus familiären Gründen. Doch sein tiefer Fall folgte wegen seiner systematischen disziplinären Störungen. Insider reden über eine erlangte Übermacht Lesins, die durch sein Wissen über die in Russland allgegenwärtige Korruption entstanden ist. Es liegt auf der Hand, dass der abgesetzte Spitzenmann für den Kreml zu lästig wurde. Zudem ist bekannt, dass der russische Machtapparat seine Staatssicherheitsorgane schon mehrfach beauftragt hat, seine Feinde wie Anna Politkowskaja, Alexander Litwinenko oder Boris Nemzow verschleiert zu „entsorgen“. Was im konkreten Fall im Washingtoner Hotelzimmer faktisch passiert ist, wissen wir noch nicht und müssen die Ermittlungsergebnisse abwarten. Die Schatten des Todes führen allerdings schon jetzt nach Russland.

Im Sommer 2014 forderte der republikanische Senator Roger Wicker, gegen Lesin wegen Geldwäsche und Bestechung zu ermitteln. Der Russe besitze nachweislich Millionen US-Dollar in Europa und den Vereinigten Staaten, darunter auch Immobilien in Los Angeles im Wert von rund 30 Millionen Euro. Lesin, der anschließend auf die schwarze Liste gesetzt worden war, entgegnete, es handele sich nicht um seinen Besitz, sondern um den seiner Kinder.

Der Verstorbene hatte eine Tochter, Catherine aus erster Ehe und einen Sohn Anton, aus zweiter Beziehung. Catherine arbeitet bei der RT-Vertretung in den USA. Anton studierte an einer Schweizer Universität und an der Filmhochschule New York Film Academy Los Angeles. Danach hatte er in Kinofilme in Hollywood investiert.

Foto: ©Kreml/Wikimedia

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