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Schwierige Haftbedingungen für estnische Schiffsschützer in Indien

Estnisches Schutzpersonal des Piratenabwehrschiffes Seaman Guard Ohio 35 Estnisches Schutzpersonal des Piratenabwehrschiffes Seaman Guard Ohio 35 Ein Schwurgericht in der indischen Hafenstadt Tuticorin (auch Thoothukudi) im Bundesstaat Tamil Nadu am Golf von Mannar hat 35 Schutzleute, die zu der Besatzung eines Piratenabwehrschiffes gehören, zu fünf Jahren Freiheitsstrafe in einem Gefängnis mit strengem Regime verurteilt - Das Baltikum-Blatt berichtete. Die Angeklagten, unter ihnen 14 Esten, wurden direkt im Gerichtssaal festgenommen und in die Haftanstalt gebracht. Die anderen Besatzungsmitglieder stammen aus Großbritannien und der Ukraine. -

Estnischen Medien zufolge hat der Konsul Estlands in Indien die Inhaftierten im Gefängnis besucht und danach den Angehörigen einen Bericht zukommen lassen. Eines der Familienmitglieder leitete diesen an die Journalisten weiter. Das Baltikum-Blatt veröffentlicht Auszüge aus der Zusammenfassung, die auf dem Internetportal Delfi publiziert wurde.

Schwierige Haftbedingungen

Der Diplomat wollte einleitend wissen, ob die 14 Gefangenen aus Estland in die Berufung gehen oder gleich einen Antrag auf Begnadigung stellen möchten. Die Männer waren der Meinung, dass ein Begnadigungsversuch die letzte Option sein sollte. Sie seien mit der Arbeit ihrer Verteidiger zufrieden und berichteten, dass der örtliche Polizeichef vom übermäßig strengen Gerichtsbeschluss ebenso überrascht gewesen sei wie die Esten selbst oder die estnischen Behörden. Die allgemeine Meinung sei, dass die zentrale Regierung in Neu Delhi auf einer langjährige Freiheitsstrafe bestanden habe und dementsprechend auch der Vorsitzende Richter unter Druck gestanden sein soll.

Alle festgenommen Besatzungsmitglieder (Esten, Briten und Ukrainer) sind in einem Raum von 10 mal 15 Metern untergebracht. Normalerweise befinden sich weniger Gefangene in einem Haftraum solcher Größe. Die Vollzugsanstaltsdirektion hatte dem Konsul versprochen, das Raumproblem zu lösen. Obwohl alle Einsitzenden in der Regel arbeiten müssen, werden die Schutzleute zur Zeit nicht beschäftigt.

Was die Gefängnisernährung betrifft, berichteten die Männer, dass sie genug Wasser bekommen. Statt ein Mal pro Tag wird ihnen zwei Mal Tee gebracht. Der Koch soll ein freundlicher Mann sein, doch es gibt nur ein Mal pro Woche Fleisch: Hähnchen. Jeden Tag wird jedoch ein Ei angeboten. Jeder Inhaftierte darf im Gefängnisladen einkaufen, doch bisher hatte die Mehrheit auf dem Vollzugsanstaltskonto kein Geld. Der Konsul zahlte für jeden Esten für den Anfang 3000 Rupien (umgerechnet 40 Euro) ein und bat, dass die Männer das Geld sofort zur Verfügung haben mögen. Der Geschäftsträger hat zudem für die Eingesperrten Löffel aus Metall besorgt – die Gefängnisverwaltung bietet nur Plastiklöffel an, die leicht zerbrechen.

Ein größeres Problem stellt sich mit dem Schlafen dar: Es gibt keine Matratzen. Die Männer müssen auf Teppichen schlafen. Die meisten Schiffsschützer haben gesundheitliche Probleme, entsprechend will der Konsul, nötigenfalls mit Hilfe eines Arztes, dafür sorgen, dass alle Esten eine Matratze bekommen.

Die Verhafteten tragen keine Gefängniskleidung, denn im Anstaltsgeschäft gibt es keine Kleidung in großen Größen. Das gleiche Problem besteht mit Schuhen. Der Vertreter des estnischen Staates hat den Eingeschlossenen versprochen, leichte Bekleidung und Pantoffeln zu besorgen. Dafür braucht er allerdings das Einverständnis der Gefängnisleitung. Alle persönliche Gegenstände der estnischen Schiffsschützer, darunter Geldbörsen und Mobiltelefone, werden beim Honorarkonsulkandidaten in Chennai aufbewahrt. (asie/tmich)

 

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