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Schon wieder Schmuck aus Estland?

 

Urve Küttner vor ihren WerkenUrve Küttner vor ihren WerkenVon Ülo Salm, Berlin

In der Tat und glücklicherweise. Am 17. April eröffnete die Botschaft Estlands in ihren Räumen eine Ausstellung der in Tallin lebenden und arbeitenden Künstlerin Urve Küttner. Der Verfasser zögert, sie in eine eindeutige Berufsbezeichnung einzuordnen. Sie ist bildende Künstlerin und Schmuckdesignerin zugleich. 1967 schloss sie ihre Ausbildung an der Estnischen Kunstakademie ab und arbeitete in den folgenden 10 Jahren als Designerin in den Talliner Schmuckwerken, dem besten Platz im damaligen sowjet-sozialistischen System. 1976 wurde sie Dozentin an der Kunstakademie. Befreit von den alten Fesseln durch die politische Wende und den Kollaps des Sowjetsystems hat Urve Küttner es seit 1992 bis jetzt auf 25 Einzel- und nahezu 50 Gruppenausstellungen in Europa und Übersee gebracht, und es gibt international museale und private Sammlungen ihrer Werke.

Was macht sie so einzigartig? Sie kombiniert ihre kolllagenähnlichen Bilder mit Objekten und stellt das Ganze dreidimensional in ein kleines Fenster, umrahmt von einem großen Passepartout. Beispielsweise bilden berühmte Bilder alter Meister, wie die „Schlafende Venus“ oder die „Nackte Maja“ in Postkartengröße den Hintergrund für eine zur Schau gestellte figürliche Parfumflasche, versehen mit einem menschlichen Kopf. So entsteht ein kleiner Schaukasten, bei dessen Anblick man zunächst meinen könnte, ein Hologramm vor sich zu haben. Was man nicht ahnt: Die Rückseite lässt sich öffnen, und Parfumflasche oder Schmuckstück lassen sich entnehmen und benutzen. Das Werk wird ganz einfach wieder hergestellt, indem man das Objekt wieder an seinen alten Platz bringt. Es ist – mit einem humorigen Augenzwinkern – Kunst mit praktischem Nutzen.

Unbedingt erwähnenswert sind die Passepartouts in den unterschiedlichsten Farbgebungen. Jedes ist ein Kunstwerk für sich und ließe sich auch ohne das „Schaufenster“ in seiner Mitte

als eigenständiges Bild nutzen. Die Kolorierung der Passepartoutfläche erfolgt dicht flächendeckend mit Buntstiften und wird anschließend fotografiert und beschichtet, womit das Gesamtobjekt auch durchaus benutzerfreundlich wird.

Präsentiert werden Werke aus vier Serien: „Illuminationen“, schwarz-weiße Reproduktionen von Fotos der Franzosen Pierre und Gilles, kombiniert mit Perlen-, Edelstein- und Silberschmuck, die schon erwähnte Serie „Venus“ sowie „Delvaux I“ und „Delvaux II“, eine Hommage an den belgischen Surrealisten Paul Delvaux., auch hier in Verbindung mit Silber, Perlen und Emaille.Sckmuck aus Estland

Erwähnt werden soll an dieser Stelle auch, dass parallel zur Ausstellung in der Botschaft noch eine weitere Ausstellung mit von Urve Küttner geschaffenem Bersteinschmuck läuft. Sie ist in der Galerie „Showraum Trofejas“ in der Wielandstraße 31 in Berlin-Charlottenburg zu bewundern und dem Vernehmen nach auch kommerziall recht erfolgreich. Sie endet am 10. Mai. Über eine im März vorangegangene Ausstellung von Schmuck aus Estland in dieser Galerie hatten wir bereits berichtet.

Bei der noch bis zum 10.Juni währenden Ausstellung in der Botschaft, deren Initiator und Kurator der Kulturattaché Harry Liivrand ist, handelt es sich um die erste ihrer Art und die jüngste von bislang 14 Kunstpräsentationen seit November 2011. Liivrand kann mit einigem Stolz auf diese Erfolgsziffer blicken.

Fotos: © Estn. Botschaft Berlin / Liivrand

 

 

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