Ad-Test
Google+
Diese Website selbst verwendet Cookies nur zur Funktionaltät. Die Cookies der
Werbepartner können werberelevante Informationen sammeln und weiterleiten.


William Browder erklärt Putins Russland

 

Red Notice - Buchcover Die Firma Hermitage Capital Management war 1996 von Edmond Safra und William (Bill) Browder gegründet worden. Das Unternehmen war zeitweise einer der größten westlichen Investoren in Russland. Jetzt berichtete Browder in dem amerikanischer Fernsehsender CNN wie die Macht in dem von Wladimir Putin geführten Russland ausgeübt wird. Die deutsche Zeitung Die Welt hat im November 2014 ein Interview mit Browder veröffentlicht

„Was die Macht betrifft, ist in Russland alles sehr einfach. Derjenige, der das Recht hat Menschen zu verhaften, ist auch die Person, welche die Macht hat. Kremlchef Putin hat um sich die Menschen versammelt, die das Recht haben, die Bürger aufzugreifen,“ erklärte Browder und sagte weiter: „Es wird auch keine Unterschied zwischen Arm und Reich gemacht. Die Mannschaft um Putin hat das Recht die Bürger aus dem Verkehr ziehen und zudem noch ihr Geld zu kassieren.“

Der frühere Leutnant des sowjetischen politischen Geheimpolizei KGB wurde von dem damaligen Staatspräsidenten Boris Jelzin 1999 zum Premierminister Russlands ernannt. Danach bewarb sich der spätere Chef der KGB-Nachfolgeorganisation FSB um den Posten des Kremlchefs. Mit Erfolg, denn mit Putin kamen auch seine KGB und FSB Kollegen an die Macht. Man kann sagen, dass seit der Putins Machtübernahme in Russland die Diktatur der Geheimdienstler herrscht.

Als nächstes Schritt griff der junge Präsident die Reichen des Riesenstaates an, unter ihnen Boris Berezowski und Michail Chodorkowski. Jüngstes Beispiel ist Wladimir Jewtuschenkow, der unter Hausarrest steht und dessen Ölfirma Bashneft verstaatlicht wird. Das zeigt den anderen Oligarchen, wie schnell sie ihr Vermögen verlieren können, wenn sie die Putinschen Regeln nicht folgen.

Mit typischen Einschüchterungsmethoden des KGBs hat der ausgebildete Agent und Manipulator nun auch die stille Zustimmung der Wirtschaftsbosse und Regierungsmitglieder für seine Politik gewonnen. Wir erinnern uns noch an die Fernsehbilder, wie kurz nach der Präsidentenwahl Putin im Kreml ganz offen vor laufenden Kameras die Oligarchen warnt. 2003 ließ der Despot Chodorkowski festnehmen und mit fabrizierten Anschuldigungen anklagen. Die andere Oligarchen bekamen von obere Etage zu hören, wenn sie das Schicksal von Chodorkowski nicht teilen wollen, müssen sie von ihrem Geld auch Putin alimentieren.

Browder erzählt, dass er mit seinen Investitionen in Russland einen großen Erfolg hatte. Dabei entlarvte er aber auch mehrfach gegenüber der Presse die Staatsbeamten, die sich bestechen ließen: „Seit vier Jahren hat alles gut funktioniert, weil meine Interessen sich mit Interessen Putins überschnitten haben. Ich habe erst später begriffen, dass der Kremlchef nicht nur ein Beobachter, sonder aktiver Mitspieler war. Er selbst war der größte Oligarch Russlands.“ Der Amerikaner schätzt Putins Vermögen auf 200 Milliarden Dollar ein.

Als der Freund von Browder, der Wirtschaftsprüfer Sergei Magnitzki fest stellte, dass die Moskauer Finanzbeamten gesetzeswidrig 230 Millionen Dollar eingenommen haben, klagte der Russe die korrupten Beamten an - und wurde selbst im November 2008 wegen Steuerhinterziehung festgenommen und in das Moskauer Butyrka-Gefängnis gesteckt.

Browder, dem schon Ende 2005 die Wiedereinreise nach Russland verweigert wurde, erzählt, wie in der berüchtigten Haftanstalt der Familienvater von den Beamten gefoltert und fast zum Tode geprügelt wurde . Magnitzki starb etwa ein Jahr später unter nie geklärten Umständen. Der Fall belastete die Beziehungen zwischen den USA und Russland schwer. Zynisch ist, dass der verstorbene Wirtschaftsprüfer noch im Juli 2013 postum wegen Steuerhinterziehung zu neun Jahren Haft verurteilt wurde.

2007 wurden die Firmen von Browden in Russland liquidiert, ihm selbst wurde von Seiten der russischen Behörden ebenso Steuerhinterziehung sowie gesetzeswidriger Erwerb von Aktien des staatlichen Energieriesen Gazprom vorgeworfen. Der Amerikaner wurde gemeinsam mit dem verstorbenen Magnitzki in Abwesenheit zu neun Jahren Haft verurteilt. Der Versuch der russischen Justizbehörden, nach Browder international fahnden zu lassen, verlief im Sande. Interpol teilte mit, die Vorwürfe seien politischer Natur und widersprächen den Behördenregeln.

„Es wäre besser gewesen nie nach Russland zu gehen. Ich würde gerne meinen wirtschaftlichen Erfolg dort gegen das Leben von Sergei (Magnitzki) tauschen,“ schreibt Browder in seinem neuen Buch. Nach der Tod des Freundes hat sich der Amerikaner zum Lebensziel gemacht, gegen die korrupten Russen zu kämpfen. Browder gilt als scharfer Kritiker der Politik von Putin.

Die Kampagne des Amerikaners, die laut Bundeszentrale für Politische Bildung in Deutschland, die mit einleuchtenden Belegen die Korruption in den Regierungsstellen Russlands aufdeckte, führte in den USA im Jahr 2011 zum Erlass des "Magnitsky Act". Die 60 russischen Beamte wurden zu Persona non grata erklärt. Auch das Europäische Parlament erließ Einreisesperren.

Obwohl der Investor die Politik Putins früher belobigt hat, warnt er jetzt ausdrücklich westliche Finanzier davon, sich in Putins Russland Fuß zu betätigen. Das von ihm verfasste Buch „Red Notice: A True Story of High Finance, Murder, and One Man's Fight for Justice“ ist im kurzem erschienen. (asie)

Folgen Sie uns auch auf Facebook und Twitter ,um immer auf dem Laufenden über Nachrichten aus aller Welt zu bleiben.