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Siebenfache Mutter in Russland wegen Spionage angeklagt

Swetlana Dawydowa mit ihrem Ehemann Anatoli Gorlow und ihren sieben KindernSwetlana Dawydowa mit ihrem Ehemann Anatoli Gorlow und ihren sieben KindernIn Russland wurde eine Mutter von sieben Kindern wegen angeblicher Spionage verhaftet und in die Untersuchungshaft des berüchtigten Moskauer Gefängnis in Lewortowo gebracht. Sie wird beschuldigt vor fast einem Jahr die ukrainische Botschaft angerufen und gegenüber Diplomaten ihre Annahme geäußert haben, dass die russische Soldaten in die umkämpften Gebiete in der Ost-Ukraine kommandiert werden.

Die mutmaßliche Landesverräterin heißt Swetlana Dawydowa, sie wohnt in der Stadt Wjasma (Bezirk Smolensk). Die vielfache Mutter beobachtete wie die Kasernen in der Stadt, die drei Autostunden westlich von Moskau liegt, plötzlich leer wurden. Sie hörte auch Aussagen darüber, dass die Soldaten einen Befehl bekommen haben, in Zivilkleidung in die Hauptstadt zu reisen. Dort würde auf sie ein Spezialauftrag warten.

Die besorgte 36-jährige Russin rief daraufhin in der diplomatischen Vertretung der Ukraine in Moskau an und erzählte dort über ihre Beobachtungen. Neun Monaten nach dem fatalen Telefonat wurde sie festgenommen und von ihren sieben Kindern getrennt. Das jüngste ist ein erst zwei Monate altes Baby und wird von der Mutter noch gestillt.

Dawydowa ist eine bekennende Gegnerin der Krieg in der Ukraine, wo laut Kreml-Angaben keine russische Truppen kämpfen. Immer wieder hat Präsident Wladimir Putin der eigenen Bevölkerung und dem Westen versichert, dass Russland in der Ukraine an keinen Kampfhandlungen teil nimmt. Alles sei nur Gespenst von westlichen Verteidigungsbündnissen NATO.

Wie kann man etwas verraten, was nicht existiert?
Ist überhaupt möglich etwas zu verraten, was nicht existiert? Wie kann man von Landesverrat reden, wenn nach offiziellen Behauptungen der russischen Regierung das Land mit prorussischen Separatisten nicht zusammenarbeitet und in die ostukrainische Gebiete kein russisches Kriegsgerät und keine russische Kämpfer schickt? Nach der Verhaftung von Dawydowa hat der Kreml Erklärungsnot, vor allem gegenüber der eigenen Bevölkerung. Das Volk hat viele Lügen der Präsidenten brav geschluckt, doch die Menschen sind nicht so unausgegoren, dass jetzt nicht fragen würden – warum wird die Vielfachmutter der Spionage beschuldigt, wenn sie nur über ihre Einbildungen berichtet?

50.000 Menschen haben eine Petition unterschrieben und an Präsident Putin geschickt. Sie forderten die sofortige Freilassung von Dawydowa. Mit Erfolg. Die junge Vielfachmutter ist nach zwei Wochen Untersuchungshaft wieder frei gekommen. Doch die Beschuldigungen gegen sie bestehen weiter. Falls sie verurteilt wird, drohen ihr zwischen zwölf und 20 Jahre Arbeitslager.

Das Freilassungsgesuch haben viele Prominente unterschrieben. Die Schauspielerin Lija Achedschakowa zog bei der Ergreifung der Dawydowa Parallele auf die stalinistische Schauprozesse: "Die Verhaftung ist ein Signal von unvorstellbarer Abscheulichkeit, das ist 1938."

Foto: © swoboda.org

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