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In Paris jüdisches Geschäft angegriffen: Vier Menschen und Täter sterben

 

Der estnische Präsident Toomas Hendrik Ilves kondoliert in der französischen BotschaftDer estnische Präsident Toomas Hendrik Ilves kondoliert in der französischen BotschaftWährend in der französischen Kleinstadt Dammartin-en-Goële am 10. Januar noch der Großeinsatz gegen die zwei bewaffnete Eindringlinge in die Redaktion des Satireblattes „Charlie Hebdo“ voll im Gange war, und die zwei Terroristen von Einsatzkräfte der Polizei erschossen wurden, hat ein schwer bewaffneter Mann ein jüdisches Supermarkt im Osten von Paris gestürmt. Beim Betreten des Geschäfts hatte der Täter sofort vier männliche Personen getötet. 15 Geiseln konnten gerettet werden. Wie bekannt wurde, haben die Polizisten im Geschäft die Geiselnahme live mithören können, weil der Angreifer ein Telefon nicht richtig aufgelegt hatte. Die Sicherheitsbeamten haben demnach sich entschieden, den Zugriff kurz nach 17 Uhr durchzuführen, denn der Geiselnehmer war in seine Gebete vertieft.

Das blutige Drama spielte sich im Geschäft „Hyper Cacher“ für koschere Lebensmittel an der Porte de Vincennes in Paris ab. Wegen der Terrorgefahr ordnete die Polizei nach der Terrorakt sofort die Schließung aller Geschäfte im traditionellen jüdischen Wohnviertel Marais in der Zentrum der französischen Hauptstadt an. Nach dem Attentat schützen nun 4700 Polizeibeamten jüdischen Einrichtungen in Frankreich. Das Land hat neben der größten muslimischen auch die größte jüdische Gemeinde in Europa. Rund 550.000 Menschen jüdischen Glauben leben hier. Im Vergangenheit haben sich die antisemitische Vorfälle deutlich zugenommen und viele Juden sahen sich gezwungen Frankreich zu verlassen.

Als Attentäter wurde Amédy Coulibaly (32), ein mehrfach verurteilter Straftäter identifiziert. Da er zum Zeitpunkt seiner Verurteilungen noch minderjährig war, musste er nicht ins Gefängnis und war auf Bewährung frei. Coulibaly soll auch eine Polizistin am 8. Januar in Montrouge,südlich von Paris erschossen zu haben. Vor seinem Tod erklärte der Mörder den französischen Fernsehkanal BFMTV in Namen der Islamischer Staat (IS) zu handeln. Der Dchihadist sagte auch, er hätte seine tödliche Aktionen mit der beiden Brüder Chérif (32) und Said Kouachi (34), die am 9. Januar „Charlie Hebdo“ gestürmt und dort 12 Menschen getötet haben, abgestimmt. Chérif Kouachi, war 2008 wegen Terrorvorwürfen bereits verurteilt worden. Sein Bruder Said hatte nach US-Informationen Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida und ist an einem Trainingskamp in Jemen teilgenommen. Beide standen auf der US-Flugverbotsliste. Warum die französische Sicherheitsbehörde die Brüder nicht beobachtet haben, muss geklärt werden.

Chérif Kouachi hat im einem Telefonat, ebenso mit der Redaktion von BFMTV, erklärt unter die Leitung des jemenitischen Gruppe von al-Qaida zu handeln. Die Angriff auf Satiremagazin sei seit langem geplant worden. Finanzierung der Bluttaten hätte Imam Alwar Al-Awlaqui übernommen, bevor er 2011 von US-Amerikanern im Jemen getötet wurde.

Inzwischen ist ein Video auf YouTube aufgetaucht, in dem eine Person, die wahrscheinlich Coulibaly ist, seine Terrormission erklärt. Die Echtheit des Botschaften wird noch überprüft. Die französische Staatsanwaltschaft untersucht auch, ob der getötete Terrorist auch auf einen Jogger am 7. Januar in Fontenay-aux-Rosen, südlich von Paris geschossen hat. Der 32-Jähriger Mann war lebensgefährlich in die Rücken verletzt worden.

Gesucht: Hayat Boumeddiene, Komplizin der Attentäter 
Die Gefährtin und mutmaßliche Komplizin von Coulibaly, Hayat Boumeddiene (26), soll noch vor den tödlichen Überfällen in Paris Flucht über die Türkei nach Syrien ergriffen zu haben. Das Außenministerium in Ankara hat die Ein- und Ausreise der polizeibekannten radikalen Islamistin bestätigt.

Obwohl die junge Frau anscheinend direkt mit den in Paris durchgeführten Anschlägen nichts zu tun hat, ist die im französischen Villiers-sur-Marne geborene Boumeddiene nach dem Tod der drei Dschihadisten die einzige Überlebende, die Informationen über Hintermänner und Hintergründe der schrecklichen Taten geben kann. Der französische Oberstaatsanwalt François Molins hat die Öffentlichkeit darüber informiert, dass Boumeddiene binnen eines Jahres rund hundert Mal mit der Ehefrau von Chérif Kouachi, Izzana Hamyd telefoniert hatte. Die Gattin des Terroristen wurde festgenommen und wird verhört. Auch ist der Wagen, mit dem Amédy Coulibaly nach Porte de Vincennes fuhr – dort wurde eine Polizeibeamtin erschossen - auf Namen seiner Komplizin eingetragen.

Hzayat Boumeddiene, eines von sieben Kinder ihrer Familie, hatte sich seit 2009 komplett verschleiert. Dies sei auch der Grund dafür gewesen, dass sie ihren Arbeitsplatz als Kassiererin verlor und keinen neuen fand. Wie auch die drei Attentäter von Paris, gehörte Boumeddiene zu den Ausgestoßenen der Gesellschaft. Ihre Mutter hat sie im Alter von sechs Jahren verloren, ihr Vater war mit der Erziehung der Kinder überfordert. So kam das Mädchen in die Obhut des Jugendamts.

Wertvolle Tipps aus dem Versteck
Offiziell wurde noch bestätigt, dass nach der Attentat auf Satiremagazin „Charlie Hebdo“ beim Überfall der Brüder Kouachi auf eine Druckerei in Dammartin-en-Goële nordöstlich von Paris sich ein Angestellter der Firma unbemerkt von den Terroristen verstecken konnte. Er hielt die ganze Zeit Telefonkontakt zu den Sicherheitskräften und gab ihnen wertvolle Tipps. Er wird in Frankreich jetzt als Held gefeiert. Die Dschihadisten nahmen beim Angriff den Geschäftsführer als Geisel, später ließen ihn die Brüder ihn jedoch frei. Chérif und Said Kouachi wurden von der Polizei erschossen, als sie aus dem Gebäude mit geladenen und feuerbereiten Waffen herausrannten.

Frankreich feiert noch einen anderen Helden, den 24-Jährigen Lassana Bathily. Er ist ein Moslem wie auch Coulibaly, der jüdisches Geschäft angegriffen hat. Doch während sein Glaubensbruder vier Menschen tötete, rettete der aus Mali stammende Bathily mehreren Geiseln das Leben. Der junge Angestellte des Supermarktes zeigte den Kunden, darunter ein nur wenige Wochen alter Säugling, den Weg in die Kühlkammer. Dort waren die Menschen sicher. „Ich habe die Kühlung ausgeschaltet, ich habe das Licht abgedreht und ihnen gesagt, dass sie ruhig sein sollten“, schilderte er die entscheidenden Augenblicke gegenüber Fernsehsender BFMTV. Die Geschichte von Lassana Bathily zeigt, dass nicht alle Menschen vom Rande der Gesellschaft zu Mördern oder fanatische Islamisten werden. Bathily ist auch in einer Flüchtlingsunterkunft groß geworden. Obwohl muslimischen Glaubens, arbeitete er in dem jüdischen Geschäft als Hilfskraft und bezeichnet seine Kollegen als seine Familie.

 

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