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Österreichische Woche in estnischen Pärnu: Als das Meer im Berg verschwand

 

Tränen des Meeres von Regina RiederTränen des Meeres von Regina RiederVon Walter Müller

Österreich lag einmal am Meer. Oder besser gesagt: Wo sich heute die Republik Österreich befindet, herrschten vor Millionen Jahren Gletscher und Eisberge mit ihren mächtigen Gewässern. Ein riesiges Meer, aus dem nur die höchsten Berggipfel ragten. Als sich nach den Eiszeiten, durch die Erwärmung der Erde, das Wasser zurückzog und nach und nach verdunstete, blieb eine abenteuerliche Landschaft aus Gebirgen und lieblichen Seen zurück – Österreich eben. In den Felsen und Steinwänden der Berge aber hat diese Vergangenheit Spuren hinterlassen, bis heute.

Peter und Regina Rieder, in Estland gern gesehene Gäste aus Salzburg, Österreich, sind diesen Spuren nachgegangen. Die beiden Künstler erzählen in ihren neuesten Arbeiten Geschichten von einer ungewöhnlichen Meeresküste, nämlich der in den Bergen. Entdeckt haben sie diese Spuren in der Nähe der kleinen Gemeinde St. Koloman, 30 Kilometer südlich der Stadt Salzburg. Dort finden sich uralte Formen im Gestein, die ein Gletscher gezeichnet hat.

Regina Rieder hat Details dieses Gletscherschliffs mit großem Gespür für Strukturen fotografiert. Aus uralter Natur wird faszinierend abstrakte Kunst: „Die Tränen des Meeres hoch im Gebirge“. In einem kleinen Museum in der Nähe des Gletscherschliffs hat das Künstlerpaar noch etwas ganz Besonderes entdeckt: Fossilien aus dieser Gegend, Versteinerung aus ältester Zeit. Muscheln, Schnecken, Fische, ganze Fischschwärme, die in den Felsen gepresst wurden: Meeresgetier mitten im Gebirge.Meeresgrüße von Peter RiederMeeresgrüße von Peter Rieder

Peter Rieder hat diese Meerestiergestalten mit einem faustgroßen Graffitblock auf Papier geschabt, in Frottage-Technik, bis diese Formen klar erkennbar wurden. Dann hat er sich mit diesen Urformen mit Lust und Fantasie „gespielt“, hat einem Fisch ein vom Wind aufgeblähtes Segel in die Gräten gezeichnet oder spindeldürre Krallenbeine. Einem anderen Fisch hat er schlanke Ruder in die Schuppen gefügt. Aus Fischen werden bizarre Boote. Metamorphosen, Verwandlungen, die überraschen und faszinieren. Mit dem Meer, der Seefahrt hat sich Peter Rieder auch in früheren Arbeiten schon beschäftigt, mit Küsten und Schiffen.

Eine gewiss ungewöhnliche Schau, in der Uraltes mit Neuem verschmolzen wird – „Meeresgrüße aus der steinernen Welt“.

Die Bilder von österreichischen Künstlerehepaares werden ab 24. Januar bis zum 31. Januar in der Stadtbibliothek (Akadeemia tänav 3) des estnischen Sommerhauptstadt Pärnu gezeigt.

Ab Juni werden die Werke von Regina und Peter Rieder noch im Museum Viru koda im Dorf Võsupere (Gemeinde Vihula) in der Nähe von Palmse bei Tallinn gezeigt.

Vom Litauischen Parlament Seimas in Vilnius (Gynėjų gatvė 4), wurden die Salzburger Künstler eingeladen ihre Ausstellung „Freiheit ist nicht umsonst“ im April dieses Jahres zu zeigen.

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