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Ehrlichster Blick auf den Kreml

"Ehrlichster Blick auf den Kreml" "Ehrlichster Blick auf den Kreml" Alexei Nawalnyi ist einer der schärfsten Kritiker von Russlands Präsident Wladimir Putin. Im September 2013 trat er bei den Bürgermeisterwahlen in Landeshauptstadt Moskau an und holte unerwartet rund 27 Prozent der Wählerstimmen. Doch der Kremlchef mit seiner langjährigen Geheimdienstausbildung hatte schon vorgesorgt – sein Gegenspieler darf aller Voraussicht nach im Jahr 2018 nicht zum Staatspräsidenten kandidieren, denn er gilt dank der Schauprozesse als vorbestraft.

Am 30. Dezember 2014 wurde der mutige Dissident wegen angeblicher Veruntreuung zu dreieinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Sein Bruder Oleg muss aber seine Haft im Straflager absitzen. Hier zeigt das heutige Russland als Nachfolgestaat der Sowjetunion seine hässliche Seite. Oleg Nawalnyi ist die Geisel für sein Bruder geworden. Mit seinem Sanktionierung will Putin Alexei Nawalnyi, seinem Antagonisten zeigen, wer im Reich das Sagen hat.

Der Kremlchef handelt so wie die Geheimdienstler, sie bestrafen ihren Gegner nicht, sondern ein von ihrem Feind geliebtes Familienmitglied. Mit aktuellen Gerichtsurteil will Kreml Druck auf Alexei Nawalnyi ausüben. Demonstration in Moskau

1.500 Menschen sind in Moskau gegen dieses politisch gefärbte Urteil auf die Straßen gegangen, im Netz hatten sich 18.000 angekündigt. Die Aktion war spontan zusammengerufen und von Behörden nicht genehmigt worden. 250 Demonstranten wurden festgenommen, rund 70 mussten über Nacht hinter Gittern bleiben, unter ihnen auch die Pussy Riot-Sängerin Maria Alechina. Sie zeigte per Twitter ein Foto, auf dem man den Regierungssitz von Putin durch ein vergittertes Fenster sehen kann. Dazu schrieb Alechina: "Der ehrlichste Blick auf den Kreml".Milizionäre vor der Wohnung

Alexei Nawalnyi hat trotz seines, im Februar 2014 ausgesprochenen Hausarrests, an der Demonstration gegen die über ihn und seinen Bruder verhängten Urteile teilgenommen. Er wurde aus dem Verkehr gezogen und zurück nach Hause gebracht. Einen Haftantrag wegen Verletzung des Hausarrestes hat ein Moskauer Gericht jedoch abgelehnt. Der 38-jährige Jurist twitterte: „Vier Milizen stehen vor meiner Wohnung. Von mir angebotenes Wasser oder Tee möchten sie nicht trinken.“ Dabei war auch ein Bild von seinem Wachpersonal.

Fotos: Twitter

 

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