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Karlsruhe hilft bei Hundeproblem in Temeswar

Streunende Hunde im rumänischen TemeswarStreunende Hunde im rumänischen TemeswarDie Stadt Karlsruhe hilft ihrer rumänischer Partnerstadt Temeswar beim Problem der streunenden Hunde. Der Tierschutzverein Karlsruhe sendet für einen definierten Zeitraum einen Tierarzt, einen Tierpfleger und den Leiter des Tierheims zur Hilfe bei der Kastration der Tiere.

Die Behandlung soll kostenfrei im Temeswarer Tierheim erfolgen. Auch soll eine "mobile Klinik" eingerichtet werden. Um dies zu finanzieren, plant der Tierschutzverein ein Benefizkonzert in der Europäischen Schule (ESK) in Karlsruhe. Die Europäische Schule und die Nikolaus-Lenau-Schule in Temeswar unterstützen den Prozess mit einem pädagogischen Ansatz, um Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Hunden zu sensibilisieren.

Dies hat kürzlich eine Gemeinderats- und Expertendelegation mit Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung Temeswar vereinbart. Mitglieder waren der ESK-Direktor und Stadtrat Tom Høyem, Stadträtin Gisela Fischer und Stadtrat Michael Borner sowie die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Heinke Salisch. Sie vereinbarten die Unterstützung mit dem zuständigen Bürgermeister Dan Diaconu sowie Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltung Temeswar und des Gemeinderats.

Rumänien hat generell ein Problem mit streunenden und herrenlosen Hunden. Gesetzlich ist es dort daher möglich, solche Hunde einzufangen und nach kurzer Zeit ohne Vermittlung an Halter zu töten. Temeswar geht mit der Kastrationsaktion einen anderen Weg.

Bukarest, Hauptstadt Rumäniens wird ebenso von herrenlosen Vierbeinern unsicher gemacht. Hundefreunde füttern die Tiere, obwohl ihnen dafür eine Geldstrafe droht. Internationale Tierschutzorganisationen haben sich gegen das Einfangen der Hunde stark gemacht, ihre Meinung nach reicht es aus, wenn die Tiere kastriert werden, um ihre Aggressivität zu beeinträchtigen. Im Jahr 2012 wurden allein in Bukarest 16.000 Menschen von freilaufenden Vierbeinern gebissen. 2006 wurde ein japanischer Geschäftsmann von einem Hund getötet. Das nächste Todesopfer war 2011 eine Frau, die in der Nähe eines Hospitals von einem Hunderudel angegriffen worden war. Am Anfang September vergangenen Jahres wurde ein vierjähriges Kind in einem Park von Hunden angegriffen und getötet, sein sechsjähriger Bruder wurde von einem Tier in die Wade gebissen.

Jetzt will auch neben der französischen Filmlegende und bekannten Tierschützerin Brigitte Bardot und Oscar-Gewinnerin Hillary Swank die Stadt Karlsruhe Rumänien bei der Straßenhundeproblem helfen.

Die Zusammenarbeit der beiden Stadtverwaltungen in Sachen Tierschutz soll darüber hinaus in einer Zusatzvereinbarung zum Städtepartnerschaftsvertrag verankert werden. Dies steht in einem Brief, den Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup seinem Temeswarer Amtskollegen Professor Dr. Nicolae Robu gesendet hat. Die Zusammenarbeit soll sich nicht nur auf die Hilfe bei der Hundeproblematik beschränken. Auch andere Bereiche des Tierschutzes sind Thema, wie etwa eine Kooperation zoologischer Einrichtungen in den beiden Städten.

Foto: © Stadt Karlsruhe

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