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Vor 20 Jahren wurde in Deutschland der Paragraph 175 abgeschafft

Homosexuelles Paar - SymbolbildDer Tag war in Deutschland historisch. Am 10. März vor 20 Jahren wurde der Paragraph 175 des Strafgesetzbuchs, der Homosexuelle seit 1872 ins Zuchthaus bringen konnte, aufgegeben. Obwohl gleichgeschlechtliche Paare sich heute in der Bundesrepublik nicht mehr verstecken müssen, ist die Homophobie in der Gesellschaft noch nicht ganz verschwunden. Wiederholt sind auch die prominente Stimmen zu hören, die das Leben den Gleichgeschlechtlichen erneut zur Hölle machen möchten.

Vor 123 Jahren hat die deutsche Jurisdiktion sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe gestellt. Hitlers Nationalsozialisten verschärften den berüchtigten Paragraph 175 im Jahr 1935: Schwule mussten nun bis zu fünf Jahre ins Gefängnis und für „schwere“ Fälle drohten den gleichgeschlechtlichen Männern sogar bis zu zehn Jahren Freiheitsentzug. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten West- und Ost-Deutschland sich unterschiedlich. In der DDR hat eine neuwertige Bestimmung (1968-1988) homosexuelle Handlungen mit Jugendlichen für Männer, aber auch für die Frauen untersagt. West-Deutschland dagegen hielt an dem fragwürdigen Artikel fest. Die erste Reform wurde 1969 und die zweite vier Jahre später vorgenommen. Ganz aufgehoben wurde das Gesetz schließlich nach der deutschen Wiedervereinigung am 10. März 1994.

Starke Homophobie im Baltikum
Bis heute die Situation für Gleichgeschlechtliche jedoch noch in vielen anderen Ländern, darunter auch in Baltikum entmutigend. In Estland, Lettland und Litauen dürfen gleichgeschlechtliche Paare immer noch nicht heiraten oder im Standesamt partnerschaftliche Beziehungen eingehen. Zudem ist die katholische Kirche in der baltischen Staaten aktiv und macht aktiv gegen Homosexuelle Stimmung. Unter anderem hat in Estland der Rechtwissenschaftler und Katholik Varro Vooglaid vor einiger Zeit mit großem Erfolg Unterschriften gegen die Ehe homosexueller Paare gesammelt. Solche Aktionen vergiften den gesellschaftlichen Zusammenhalt, den die Mitbürgern fangen an, sich gegen Lesben und Schwule deutlich feindseliger zu zeigen. Viele trauen sich deswegen nicht sich zu outen oder wandern aus die Ländern, die gegen sexuelle Minderheiten toleranter sind.

Der Großteil der Sexualforscher glaubt derzeit, dass die sexuelle Orientierung ein Ergebnis vieler Faktoren ist. Die sexuelle Orientierung muss dann keineswegs eine „Reinform“ sein, sondern ist fließend und flexibel. Es ist bekannt, dass die Homosexualität auch im Tierreich vorhanden ist.

Symbolfoto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

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