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Christopher Street Day in Stuttgart: Eröffnung mit Empfang im Rathaus

Die Linken sind schon im Bundestagswahlkampf

Obwohl die Bundestagswahl erst im einem Jahr stattfindet, waren die Linken schon auf Wahlkampf-Tour. Gysi drängte, wie auch seine Partei, auf ihrem in der Konferenz ausgelegten Flugblatt klar auf die völlige Akzeptanz und Gleichstellung der Menschen mit anderer sexueller Orientierung. Dies erklärt das diesjährige Motto des CSD: „Operation Sichtbarkeit“. Länder, in denen Minderheiten verfolgt werden, dürften nie als sichere Drittstaaten ausgewiesen werden, in die Asylsuchende abgeschoben werden. Aber es geht nicht nur ums Kämpfen, sondern auch ums Feiern.

Ozasek forderte speziell für Stuttgart ein überparteiliches „Bündnis für Alle“ – „Stuttgart ist eine weltoffene Stadt“, die Desinformation bekämpfe. Er schlug die Gründung eines Referates zu Vielfalt und Teilhabe vor, das sich auch um die Integration von Flüchtlingen kümmern soll. Er äußerte seine Freude über Gysis Engagement beim diesjährigen CSD. Die Gleichstellungsproblematik zeige sich aber in der Alltagspraxis regional unterschiedlich; so geht München mit dem Problem der Akzeptanz offenbar besser um als Stuttgart.

Stadträtin Laura Haldig-Hoppenheit beklagte eine wieder aufkommende Einschränkung der Toleranz. „Unsere Arbeit hört noch lange nicht auf, dafür lohnt es sich, zu kämpfen.“ Christoph Michl, Vorsitzender der Interessengemeinschaft CSD Stuttgart Christoph Michl, Vorsitzender der Interessengemeinschaft CSD Stuttgart

Repressionen laut und sichtbar begegnen

Der CSD-Vereinsvorsitzende Christoph Michl schloss sich mit der Botschaft an, man solle lauter und sichtbarer sein, wenn die öffentliche Repression zunimmt. Konkret nannte er den zunehmenden Zulauf zur rechtspopulistischen Partei Alternative zu Deutschland (AfD), die sich dieser Toleranz gegenüber Menschen mit anderer sexueller Orientierung verweigere. Als Besonderheiten des diesjährigen CSD betonte Michl einen Auftritt des Polizeiorchesters beim Kabarett sowie die Unterstützung des Festivals durch Firmen wie Vodafone, Hewlett & Packard und EnBW, aber auch der Diakonie und der türkischen Gemeinde, die damit zu beweisen scheint, dass auch die hierzulande lebenden Muslime sich von religiösen Dogmen abzuwenden und der Toleranz zu öffnen beginnen.Fritz Kuhn, Oberbürgermeister der Stadt StuttgartFritz Kuhn, Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart

Abendlicher Empfang für die Organisatoren und Teilnehmer des CSD-Festivals

Am Abend fand im Rathaus ein sehr gut besuchter Empfang statt, an dessen Anfang eine Schweigeminute anlässlich des Anschlages von Nizza eingeschoben wurde. Aus demselben Anlass war das Stadthaus nicht, wie geplant, mit Regenbogenflaggen geschmückt sondern trauerbeflaggt. Die Teilnehmer fanden auf ihren Plätzen kleine Schmucksteine vor, die sie am Ausgang als Symbol der Anteilnahme in einen bereitstehenden Sammelbehälter warfen.

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Die Grünen) gratulierte den Organisatoren zum diesjährigen Leitsatz „Operation Sichtbarkeit“ und ließ die Leitsätze der vorausgegangenen Feste revuepassieren. Gregor Gysi, der Themen aus seiner Rede vom Vormittag aufs Neue aufgriff und präzisierte, prangerte neben den aktuellen Krisen die Fluchtursachen und die durch ungerechte Ressourcenverteilung bedingte weltweite Hungersterblichkeit ebenso an wie die deutschen Waffenexporte in Kriegstreiberländer.

Zwischen den Wortbeiträgen spielte der junge Pianist Nicolai Jan Hübner, der bereits auf der Berliner Fashion-Week begeisterte, eigene Kompositionen.

Genaues zum Christopher Street Day Festival in Stuttgart ist im Internet unter www.csd-stuttgart.de zu finden. Zuvorderst im Hauptheft befinden sich ein Geleitwort des Vorstandes der IG CSD Stuttgart eV sowie Grußworte des Schirmherren Gregor Gysi, des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann und des Stadtchefs Fritz Kuhn.

Fotos: © Thomas Michael

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