Ad-Test
Google+
Diese Website selbst verwendet Cookies nur zur Funktionaltät. Die Cookies der
Werbepartner können werberelevante Informationen sammeln und weiterleiten.


Der Fall Yagmur zeigte Versagen des Kinderschutzes

 

Kerze - SymbolbildEin dreijähriges Mädchen wurde von ihrer arbeitslosen Mutter in Hamburger Stadtteil Billstedt im Dezember vergangenen Jahres zu Tode geprügelt. Jetzt muss sie wegen Mordes lebenslang ins Gefängnis. Eine besondere Schwere der Schuld, wie von der Staatsanwaltschaft gefordert, erkannte die Kammer jedoch nicht. So darf Melek Y. hoffen, nach 15 Jahren wieder entlassen zu werden. Der Vater wurde vom Hamburger Schwurgericht zur eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt, er schaute den Misshandlungen seiner Frau tatenlos zu.

In Deutschland ließ der Fall niemanden kalt. Vor allem, weil er das unbegreiflichen Versagen der Kinderschutzes offenbarte. Im Prozess, der fünf Monaten andauerte, kamen grausame Details ins Tageslicht. Die 27-Jähriger Mutter hat Yagmur regelmäßig brutal misshandelt. Laut die Anklage machte sie ihre Tochter für ihr unglückliches Leben verantwortlich. Melek Y. hasste regelrecht ihre Tochter. Der Vater, 26-jährige Hüseyin Y. wusste dies, hatte aber nichts unternommen, um seinem Kind das Martyrium zu ersparen.

Versagt hatte vor allem der Kinderschutz. Yagmur lebte seit ihren ersten Lebensmonaten zwischenzeitlich auch bei einer Pflegemutter. Diese hatte dem zuständigen Jungendamt Misshandlungen gemeldet. Am Anfang des vergangenes Jahres musste das Mädchen notoperiert werden, sie wurde mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma ins Hospital eingeliefert. Obwohl die Ärzte Anzeige erstatten da sie der Aussage der Eltern nicht glaubten, dass Yagmur in der Badewanne ausgerutscht war, wurde der Grund für die schweren Verletzungen nicht untersucht. Das Mädchen kam in ein Kinderheim, aber nur für eine kurze Zeit. Als die Pflegemutter berichtete, dass sie das Mädchen nur ein Mal im Autositz geschüttelt habe, gab das Jugendamt daraufhin eine Empfehlung aus für den erneuten Umgang der Eltern mit Yagmur. Es wurde nicht kontrolliert, ob die grausamen Verletzungen des Kindes zu der Aussage der Pflegemutter überhaupt passen.

Einige Monate vor dem Tod des Kindes brachten die Rechtsmediziner vor, dass das Schütteln des Kindes dessen Verletzungen nicht verursacht habe. Die Eltern waren jetzt zwar wieder verdächtig, doch der Kinderschutz reagierte nicht. Die neue, für den Fall zuständige Mitarbeiterin, missachtete die Informationen und informierte auch das Gericht nicht.

Totalversagen der Kinderschutzbehörden
Die verantwortlichen Kinderschutzbehörden haben total versagt. Nur die Rechtsmediziner haben eine Anzeige wegen schwerer Kindesmisshandlung gegen unbekannt erstattet. Doch die Staatsanwältin hatte nicht gründlich ermittelt, die Familienrichterin hatte nicht detailgenau nachgefragt und die Sozialarbeiterinnen meinten, die Elternrechte stehen vor dem Wohl des Kindes. Zur Zeit wird noch gegen zwei Mitarbeiterinnen des Jugendamts und eine Kindergartenerzieherin ermittelt. Sollte es zum einen weiteren Prozess im Fall Yagur kommen, wird die Ergebnis wichtiger sein, als der jetzt verkündete Urteil gegen die Eltern. Es geht nämlich um das Recht der Kinder, nicht von ihren Eltern misshandelt zu werden.

Symbolfoto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

Folgen Sie uns auch auf Facebook und Twitter ,um immer auf dem Laufenden über Nachrichten aus aller Welt zu bleiben.