Ad-Test
Google+
Diese Website selbst verwendet Cookies nur zur Funktionaltät. Die Cookies der
Werbepartner können werberelevante Informationen sammeln und weiterleiten.


Queer: Katholische Kirche will "respektvoll" mit Homosexuellen umgehen

Der Vatikan fordert zum ersten Mal "Respekt" gegenüber Homosexuellen ein, will aber gleichzeitig Jugendliche vor dem "Phänomen der Homosexualität" schützen, berichtet Queer.de.

Die katholische Kirche spricht erstmals in einem Arbeitspapier von einem respektvollen Umgang des Vatikans mit Homosexuellen. In dem am Donnerstag veröffentlichten "Instrumentum laboris", einen Vorbereitungsdokument für eine kirchliche Generalversammlung im Oktober, geht der Vatikan ausführlich auf eine Befragung der Gläubigen ein, in der der Umgang mit Schwulen und Lesben zu den Hauptthemen gehört. Bereits Anfang des Jahres hatte die Deutsche Bischofskonferenz nationale Ergebnisse der Umfrage veröffentlicht, die der Vorbereitung einer Synode zum Thema Familie dient.

In dem Text heißt es unter anderem, dass es "immer notwendiger" erscheine, dass katholische Seelsorger "vom Respekt vor diesen irregulären Situationen geleitet" werden sollen. In dem Text werden zudem mehr als ein Dutzend Mal Worte wie "Homosexualität" oder "homosexuell" erwähnt, sogar "schwul" und "lesbisch" kommen je einmal vor.

Gleiche Zuneigung, Sorge, Liebe"
Das Papier kritisiert, dass Kinder aus Regenbogenfamilien in der Kirche schlechter behandelt werden als Kinder "regulärer" Familien. Die Antworten aus den Fragebögen hätten unterstrichen, "dass für den Fall, dass Partner einer gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft für ihr Kind dessen Taufe erbitten, dieses mit der gleichen Zuneigung, Sorge und Liebe angenommen werden muss wie die anderen Kinder".In dem Text heißt es aber auch, dass homosexuelle Paare nach dem Willen der Kirche weiterhin diskriminiert werden sollen: So spricht sich der Vatikan weiterhin gegen eine Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht aus. Dies wird als "Neudefinition der Ehe zwischen Mann und Frau" bezeichnet. Gleichzeitig wird eine "respektvolle, nicht verurteilende Haltung gegenüber den Menschen" gefordert, die in solchen Gemeinschaften leben".

Kritik an "aggressiven" Homosexuellen

Die "Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche" (HuK) begrüßte das Papier als Fortschritt: Die Forderung nach "Respekt" vor Nicht-Heterosexuellen sei "deutlich mehr als die seit 1992 gebräuchliche Formulierung 'Achtung, Mitleid und Takt'" im Umgang mit Homosexuellen, wie sie im aktuell gültigen Katechismus festgehalten ist.

HuK-Sprecher Markus Gutfleisch kritisierte jedoch "schwere Mängel" im Papier: "Es blendet aus, dass viele Lesben und Schwule sehr glücklich leben, dass Kinder in Regenbogenfamilien ein gutes Zuhause haben und die heterosexuelle Ehe sowie die Gesamtgesellschaft sogar gewinnen, wenn Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-Menschen und Intersexuelle in vergleichbaren Lebensformen gleiche Verantwortung übernehmen."

Ärgerlich findet es Gutfleisch, dass in einer "Pastoralen Leitlinie" zwischen denjenigen Homosexuellen, die im Stillen leben, und jenen, deren Verhalten manchmal "aggressive Züge" trage, unterschieden werde. "So etwas ist unerträglich. Es zeigt, dass in den Kirchen noch viel mehr Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-Menschen und Intersexuelle selbstverständlich auftreten und ihre Rechte einfordern müssen," erklärte Gutfleisch. "Das Sekretariat der römischen Bischofssynode ist offenbar der Meinung, man müsse junge Menschen vor der Gendertheorie ebenso bewahren wie vor dem 'Phänomen der Homosexualität'". (dk)

Quelle: www.queer.de
Mit freundlicher Genehmigung

Links zum Thema:
» Instrumentum laboris (auf Deutsch)

 

Folgen Sie uns auch auf Facebook und Twitter ,um immer auf dem Laufenden über Nachrichten aus aller Welt zu bleiben.