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Hoher Besuch in der estnischen Botschaft

Staatspräsidentin Estlands, Kirsti KaljulaidStaatspräsidentin Estlands, Kirsti KaljulaidVon Ülo Salm, Berlin

Seit dem 10. Oktober hat die Republik Estland ein neues Staatsoberhaupt. Es ist die Präsidentin Kersti Kaljulaid. Schon einen Monat nach ihrer Wahl konnte man sie am 10. November in Berlin begrüßen. Ein literarischer Abend in der estnischen Botschaft gab Gelegenheit, die Repräsentantin Estlands kennenzulernen. Die attraktive und noch jugendlich wirkende Präsidentin beeindruckt durch Gelassenheit und Souveränität, bar jeder Bemühung vieler Politiker, sich zu produzieren und sich auf diese Weise Geltung zu verschaffen. So darf man sie wohl ohne Wenn und Aber als Sympathieträgerin bezeichnen. Das zum Literaturabend zahlreich erschienene Publikum hat es erkennbar so empfunden.

Freundlich eingestimmt waren die Besucher ohnehin, nachdem der kulturelle Teil der Abendveranstaltung absolviert war. Sie lief unter dem Motto „Ausgraben und Erinnern“ und befasste sich mit Werken Christa Wolfs und der estnischen Schriftstellerin Ene Mihkelson.

Die Veranstaltung von der Christa Wolf Gesellschaft initiiert

Eröffnet wurde der Abend mit Grußworten des neuen estnischen Botschafters Dr. Mart Laanemäe wie auch der Vorstandsvorsitzenden der Christa Wolf Gesellschaft Dr. Therese Hörnigk. Lesungen, eine Laudatio von Ira Fiona Hennerkes sowie ein Vortrag von Dr. Aija Sakova, beides Literaturwissenschaftlerinnen, füllten die Veranstaltung, die sich durch hohes Niveau auszeichnete, aus. Für den literaturwissenschaftlichen Laien blieb vieles ein wenig abstrakt, für den auf diesem Gebiet eher Bewanderten war es mit Sicherheit ein Gewinn.

Das Wirken von Christa Wolf ist geprägt sowohl von den Erinnerungen der dunklen nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands als auch von ihren Erfahrungen in der DDR-Diktatur. Ene Mihkelson setzt sich naturgemäß eher mit der Zeit der sowjetischen Okkupation ihrer Heimat auseinander. Quintessenz der Veranstaltung oder auf eine kurze Formel gebracht: Die Vergangenheit ist nicht vorbei, sie ist noch da.

Den Abschluss der Abends bildeten, wie in der Botschaft Estlands Tradition, noch lange währende angeregte Gespräche der Besucher bei einem Glas Wein.

Foto: Arvo Wichmann / Präsidialamt

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