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Estland: Polizei verhaftet nach großangelegter Operation Menschenschmuggler

Streifenwagen der estnischen Polizei - SymbolbildStreifenwagen der estnischen Polizei - SymbolbildDie Polizei in Estland startete Mitte April im Süden des Landes eine großangelegte Fahndungsoperation, während der sechs Männer in Haft genommen wurden. Sie werden verdächtigt, Mitglieder einer kriminellen Organisation zu sein und Menschenhandel betrieben zu haben.

Die Operation, geleitet von der Präfektur Süd, begann am späten Abend des 11. April, nachdem die Hinweise sich verdichtet haben, dass die organisierte Kriminalität, gesteuert aus dem Landkreis Ida-Virumaa (Ost-Virumaa, Grenzgebiet zu Russland), sich auch in Süd-Estland ausgeweitet hatte. Die Fahnder setzten sich auf Lauer und konnten in der Nacht zum 12. April gegen 3:40 Uhr in Zusammenarbeit des Spezialkommandos im Gebiet um Põlva im Südosten des Landes einen PKW Ford Mondeo stoppen, in dessen kleinem Kofferraum sich elf volljährige Vietnamesen befanden: zehn Männer und eine Frau.

Der Chef der Abteilung für organisierte und schwere Verbrechen bei der Präfektur-Süd Rain Vosman berichtete, dass der Wagen gestoppt wurde, als die Menschenschmuggler eine Möglichkeit suchten, die Vietnamesen in einen speziell für diesen Zweck bereitgestellten LKW „umzuladen“, um sie dann weiter nach Polen zu transportieren.

„Unter den Festgenommenen befanden sich auch einige führende Personen der kriminellen Gruppe. Die Verhaftung kam für sie überraschend, sie leisteten keinen Widerstand. Zwei mutmaßliche Täter wurden im LKW, zwei im Begleitwagen und ein Täter in dem PKW, in dem sich die Vietnamesen befanden, festgenommen. Einer der Verdächtigen konnte in einem anderen Begleitwagen im Landkreis Ost-Viru verhaftet werden,“ erklärte Vosman. Seiner Meinung nach ist aktuelle Ergreifung der Menschenhändler ein wichtiges Signal – Estland ist nicht der Staat, über den Menschen in die Europäische Union geschmuggelt werden können. Die aktuellen Verhaftungen sind zudem bislang der größte Erfolg bei der Zerschlagung der organisierten Kriminalität im Land.

Die festgenommenen sechs Personen sind estnische und russische Staatsbürger, einige von ihnen sind vorbestraft. Laut Vosman ist die Tätigkeit der Kriminellen gut organisiert und gründlich durchdacht. Der Transport der Vietnamesen wurde mit Begleitwagen gesichert, auch der Weitertransport nach Polen mit dem Lastzug wäre mit einem Begleitwagen beschützt worden.

Der Plan der Menschenschmuggler war, die Vietnamesen von der estnischen Südost-Grenze ins Landesinnere zu bringen, um sie dort dann im Kühlanhänger des Lasters unterzubringen. „Der Anhänger war mit Holz beladen, zwischen dem Holz war ein Versteck für die Flüchtlinge,“ erzählte Vosman. Dies bedeutet, dass die Vietnamesen viele Tage nicht nur unter menschenverachtenden, sondern auch unter lebensgefährlichen Bedingungen hätten aushalten müssen. Für eine Überfahrt nach Zentral-Europa zahlen die Vietnamesen bis zu 20.000 US-Dollar. Wer so viel Geld nicht hat, muss später, wenn er lebendig aus dem Abenteuer Flucht herauskommt, für die Menschenhändler als Sklave arbeiten. Oft, so Vosman, glauben die Vietnamesen, dass, wenn sie so hohe Summen zahlen und ein Visum für Russland bekommen, ihr Aufenthalt damit auch in der Europäischen Union legalisiert sei. Erst später verstehen sie, dass es hier um einen Betrug geht und sie lebensbedrohliche illegale Grenzübertritte mitmachen müssen.

Im Falle einer Verurteilung müssen die Menschenhändler mit einer bis zu zwölfjährigen Haftstrafe rechnen.

Symbolfoto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

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