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Estland: Ausnüchterungshaus in Tallinn ist voll ausgebucht

 

Ausnüchterungshaus in TallinnAusnüchterungshaus in TallinnDas Ausnüchterungshaus in der estnischen Hauptstadt Tallinn kann sich über Kundenmangel nicht beklagen. Wie soeben bekannt geworden ist, mussten alleine im Monat März 571 Personen in den Zellen des Hauses ihren Rausch ausschlafen.

Von den eingelieferten Personen waren 57 Frauen und 514 Männer. 231 Menschen hatten keinen festen Wohnsitz. Die Einrichtung für Angeheiterte versorgte mehrere Nationalitäten: im März schliefen in den Ausnüchterungszellen 277 Estland-Russen, 203 Esten und 28 Finnen. Sechs weitere kamen aus Polen, der Ukraine, Lettland, Russland und Großbritannien. Zwei Personen wurden mit Drogenrausch in das Haus gebracht. Zehn eingelieferte Personen haben medizinische Hilfe benötigt.

Im Vergleich zum März vergangenen Jahres ist die Zahl der Personen, die den Dienst zum Ausschlafen in Anspruch nahmen, etwas gestiegen. Vor einem Jahr brauchten im Ausnüchterungshaus 516 alkoholisierte Menschen, davon 64 Frauen, einen Schlafplatz, um sich vom Suff zu erholen.

Angetrunkene Minderjährige werden seit dem 2. Februar im Tallinner Kinderpflegeheim versorgt. Im März befanden sich dort vier alkoholisierte Kinder, zwei Mädchen und zwei Jungen.

Das neue, moderne Gebäude zur Ausnüchterung wurde 2009 fertiggestellt. In dem Haus sind Einzel- und Doppelzellen, ebenso drei Räume für den Fall, dass eine größere Gesellschaft sich ausnüchtern muss. Die Menschen, die zu tief in das Glas geschaut haben, werden überwacht. Im Haus gibt es eine Garderobe, eine Dusche und einen Sanitätsdienst.

Das Tallinner Sozial- und Gesundheitsamt teilte auf unsere Nachfrage mit, dass das Ausnüchterungshaus für die Hauptstadt Estlands pro Jahr 224.000 Euro kostet. Damit werden Verwaltung, Kommunalausgaben und der durchgehende medizinische Dienst mit dem notwendigen Zubehör und Medikamenten finanziert. Klinische Hilfe ist für die Personen, die sich zum Ausnüchtern im Haus befinden, kostenlos.

Rund um die Uhr ist in der Einrichtung eine Krankenschwester einsatzbereit. Sie entscheidet, ob noch ärztlicher Beistand benötigt wird, oder sie konsultiert per Telefon einen Notfallmediziner und folgt dessen Anweisungen. Über Nacht, von 20 bis 8 Uhr, hat die Krankenschwester noch einen Pfleger zur Hilfe. Im Notfällen wird der medizinische Notdienst alarmiert. Somit ist eine durchgehende medizinische Versorgung der Berauschten gewährleistet.

Im Tallinner Ausnüchterungshaus arbeiten auch 14 Beamte der Polizeipräfektur Nord. Denn wenn die Betrunkenen einen Straftat begangen haben, werden sie aus der Einrichtung in Behördenzellen zum Ausnüchtern gebracht. In diesem Fall müssen sie je nach der Tat mit einem Anzeige, Strafe oder sogar Anklage rechnen.(asie/tmich)

Foto: © Sozial- und Gesundheitsamt Tallinn / Pressebild

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