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Empfang in der Hildebrandstraße

Botschafterin Dr. Tael begrüßt ihre GästeBotschafterin Dr. Tael begrüßt ihre GästeVon Ülo Salm, Berlin

Aus Anlass des Nationalfeiertages der Republik Estland gab sich die Botschafterin, Frau Dr. Kaja Tael, die Ehre, zu einem Empfang am 25. Februar zu laden. Die Esten sind in der glücklichen Lage, über ein wunderschönes eigenes Gebäude zu verfügen, dazu noch im historischen Botschaftsviertel Berlins in der Tiergartenstraße. Es wurde 1920 erworben, zwei Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung vom 24. Februar 1918. Nach der Besetzung und Einverleibung des Landes durch die Sowjetunion im Jahre 1940 schien zunächst das Haus endgültig verloren. Die Geschichte wollte es anders. Alsbald nach der erneuten Erlangung der Selbständigkeit im Zuge des Zusammenbruchs der Sowjetunion geriet das Gelände wieder in estnischen Besitz. Die Esten begannen unverzüglich mit der Restaurierung des mittlerweile ziemlich heruntergekommenen Hauses. Es ist wunderbar gelungen, und wir haben es mit einem besonderen Schmuckstück unter den Botschaften der kleineren Länder zu tun.

Estland hat im Lauf der Geschichte wenig politische Selbständigkeit erfahren. Unter welcher Herrschaft auch immer, hat das Volk nie seine nationale Identität aufgegeben, gleich, ob Dänen, Schweden, Deutsche oder Russen Herren des Landes waren. Weder die Feudalherrschaft des Deutschen Ritterordens noch die wiederholten Russifizierungsversuche zur Zaren- und zur Sowjetzeit hatten es vermocht, die nationale Zusammengehörigkeit des Volkes zu zerstören.

Dem sowjetischen Gewaltregime, verbunden mit erzwungener massenhafter Ansiedlung von Russen, Weißrussen und Ukrainern, wurde letztlich erfolgreich widerstanden. Das ist insofern bemerkenswert, als die in der Geschichte erstmalig zu verzeichnende Politik Stalins, ganze Ethnien zwangsum- und anzusiedeln (wovon besonders die Deutschen ein Lied zu singen wissen), daran auch nichts nachhaltig zu ändern vermochte.

So präsentieren sich die Esten stets mit gewissem Stolz. Dies nicht nur wegen ihres schönen Landes mit seiner nicht zerstörten Flora und Fauna, sondern auch wegen ihrer politischen und wirtschaftlichen Erfolge. Estland war das erste der baltischen Länder, die zur „EU-Kompatibilität“ gelangten. Es ist das europäische Land mit der weitreichendsten Digitalisierung und damit verbundener Entbürokratisierung. Die Botschafterin wusste dies in ihrer Ansprache nachdrücklich hervorzuheben. Was übrigens kaum noch jemand weiß, aber jeder kennt: Skype ist eine estnische Erfindung.

Es war nicht der erste Empfang dieser Art, aber ein besonders gelungener. Wie immer herrschte eine sehr freundliche und entspannte Atmosphäre - trotz der üblichen Fülle, wie man sie bei Empfängen in der Estnischen Botschaft gewöhnt ist. Unter den vielen Gästen aus dem In- und Ausland befanden sich zahlreiche Vertreter aus Politik, Diplomatie, Kultur und Wissenschaft.

Die Besucher durften ein großartiges und reichhaltiges Buffet genießen. Alles reich Dargebotene war durchweg aus Estland eingeflogen worden. Wie stets, war alles „bio“. Seit der Grünen Woche des Jahres 2014, als Estland dort Partnerland war, ist das Prinzip natürlicher und unverfälschter Nahrungsmittel ein auch in Deutschland bekannt gewordener estnischer Glaubenssatz. Trotz allem Guten: Es gab kein Gedränge (man erinnert sich ansonsten des Liedermachers Reinhard May: „Die Schlacht am kalten Büfett“), was Neulingen angenehm auffiel.

Für das gelungene Fest sprach, dass viele gegen Ende eigentlich nicht gehen wollten.

Kulturattachè Harry Lievrand



 
Kulturattachè Harry
Liivrand
 
Ülo Salm im Gespräch mit dem Dramaturg des Usedomer Musikfestivals Jan Brachmann
Ülo Salm im Gespräch mit dem Dramaturgen Jan Brachmann und dem Komponisten Jüri Reinvere
Schmuckkünstlerin Ilona Treiman
 
Schmuckkünstlerin Ilona Treiman
 

 

 

 

 

Fotos: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

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