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Lettland kuschelt mit Usbekistan

 

Lettlands Schmusekurs mit dem Diktator

Doch Usbekistan pflegt gute Beziehungen auch zu Lettland. Aktuellen Medienberichten zufolge haben die Kinder des Diktators im mittleren baltischen Staat Immobilien erworben, dort ihren Nachwuchs zu Welt gebracht und durch lettische Banken Millionen von US-Dollar gewaschen. Die Usbeken haben zudem vom lettischen „goldenen Visum-Programm“ deutlich profitiert.

Nach den Recherchen von Re:Baltica haben von fünf lettischen Präsidenten drei nach der Wiederherstellung des Souveränität Usbekistan besucht. Im Gegenzug war Karimow dreimal auf Staatsbesuch in Riga, wo er mit militärischen Ehren offenherzig aufgenommen wurde. 2013 haben die usbekischen Menschenrechtsaktivisten sich an die lettische Diplomaten mit der Bitte gewandt, dem erbarmungslosen Despoten das Niederlegen von Blumen an der Freiheitsstatue in der Hauptstadt Lettlands nicht zu gestatten.

Doch Lettland will anscheinend seine Vermittlerrolle zwischen Usbekistan und der NATO nicht verlieren. Durch das baltisches Land und den Karimow-Staat wurden Militärgegenstände für die NATO-Truppen in Afghanistan geliefert.

2010 hat die lettische Regierung das umstrittene Programm „Goldenes Visum“ gestartet, das eine fünfjährige Aufenthaltserlaubnis für die Personen ermöglicht, die ihr Geld in Banken oder Immobilien investieren. Diese Möglichkeit haben laut Re:Baltica 1525 Usbeken genutzt. Ein Teil von ihnen hat auf eine Aufenthaltsgenehmigung verzichtet, haben aber die Dienste der lettischen Finanzinstitutionen in Anspruch genommen. Als Folge dessen wurden einige Banken in die Geldwäscheskandale verwickelt – die lettische Bank Parex musste 2008 ihre Türen schließen. Damals kam Gulnora Karimowa persönlich nach Lettland, um ihr Geld, 446 Millionen US-Dollar, zu retten.

Die schöne Tochter des Diktators hatte laut Angaben des US-Justizministeriums ihre Millionen, die sie angeblich als Schmiergeld kassiert hat, neben Parex (nach der Rettung Citadele) noch in der lettischen Aizkraukles Bankas (jetzt ABLV) angelegt. Obwohl Karimowa in der Anklage nicht namentlich erwähnt wird – man redet über nahe Verwandte des Präsidenten – scheint es klar zu sein, dass es sich hier um den Karimow-Augenstern mit den vielen Talenten handelt. Die Causa ist nämlich verbunden mit der Affäre der skandinavischen und russischen Telekom-Unternehmen, die mit der Hilfe der in Lettland deponierten Schmiergelder in Usbekistan Fuß zu fassen versuchten.

Die jüngere Tochter des Usbeken-Diktators, Lola Karimowa-Tilljajewa, brachte ihr zweites Kind, einen Jungen, in Riga zur Welt. Sie wurde empfangen von einem lettischen Staatsbürger mit afghanischen Wurzeln, Gulam Gulami. Die letzten Monate ihrer Schwangerschaft verbrachte die hohe Dame in einem Haus im Ostsee-Kurort Jūrmala, das für zwei Millionen Euro auf den Namen der Ehefrau Gulamis, Walentina, gekauft worden war. Die Familie der eingebürgerten Afghanen stellte Karimowa-Tilljajewa noch zwei Luxuswagen zu Verfügung, deren amtliche Kennzeichen mit TT (für den Ehemann Timur Tilljajew) und 1LK (Eins Lola Karimowa) anfingen.

Zur gleichen Zeit kam nach Lettland Akbar Abdullajew, ein Vetter der Karimow-Töchter. Abdullajew wurde einst als Nachfolger von Autokraten gehandelt, er quartierte sich im Karimowa-Tilljajewas Nachbarhaus ein. Der 23-Jährige zahlte für die mondäne Immobilie 1,4 Millionen Euro. Der junge Mann kaufte sich noch für 200.000 Euro eine Nobelkarosse Marke Bentley. Als der Wagen 2011 registriert wurde, war dies eines der teuersten Flitzer im lettischen Register. Ein Jahr später legte Abdullajew sich noch eine schöne Wohnung in der Rigaer Altstadt am Düna (Daugava) zu und erwarb für 18 Millionen Euro eine Partnerschaft mit der Familie Gulami. Die Aktien hat er jedoch später verloren. Der Grund dafür sei unbekannt, doch angeblich seien mit der Affäre um Offshore-Firmen einige Schlägereien, ein Mordversuch und die Bestechung eines Richters verbunden.

Als 2015 in Usbekistan Karimow erneut zum Präsidenten gewählt wurde, befand sich Abdullajew jedoch in Haft. Er wurde wegen Anführung einer kriminellen Gruppierung im Ferganatal für zehn Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. (Das Ferganatal ist eine dichtbesiedelte Senke zwischen dem Tianshan in Turkestan und dem Alaigebirge, einer Gebirgskette zwischen Kirgisistan und Tadschikistan in Zentralasien.)

(asie/Delfi/Re:Baltika/Wikipedia/tmich)

Foto: © Stikkel / Wikimedia

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