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Lettland kuschelt mit Usbekistan

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Islom KarimowIslom KarimowDie frühere Sowjetrepublik Usbekistan mit der Hauptstadt Taschkent ist zwar ein säkularer, aber stark islamisch geprägter Binnenstaat in Zentralasien. 1991 löste das Land sich von der kommunistischen Reich und ist seit dem eine präsidiale Republik, totalitär geführt von dem Dauerstaatsoberhaupt Islom Karimow.

Am 13. Mai 2005 kam es in der Stadt Andijon zu Aufständen gegen sein Regime. Die Armeeangehörigen schossen auf unbewaffnete Demonstranten, dabei kamen rund 1500 Menschen ums Leben. Die Leichen wurden heimlich vom Tatort entfernt, sodass die Angehörigen bis heute nicht wissen, was mit den sterblichen Überresten ihren Liebsten geschehen ist. In den Medien tauchen noch andere Grausamkeiten auf: Karimow befürwortet die unentgeltliche Kinderzwangsarbeit in den staatlichen Unternehmen zum Beispiel beim Pflücken von Baumwolle und hat zwei Inhaftierte wegen angeblichen religiösen Extremismus bei lebendigem Leib zu Tode kochen lassen. Der junge muslimische Geistliche Obidhon Nazarow, ein Gegner des Autokraten, wurde 2012 in Schweden im Treppenhaus seiner Wohnung liquidiert.

Vor allem verfolgt Karimow Regimekritiker, Menschenrechtsaktivisten und kritische Journalisten, doch auch Mitglieder des eigenen Clans sind vor dem kleinen, schmalen Despoten nicht sicher: die einstige Politikerin, Diplomatin und Unternehmerin Gulnora Karimowa ist in der Schweiz wegen Korruption angeklagt und steht möglicherweise, nachdem sie 2013 das Regime ihres Vaters kritisierte, unter Hausarrest. Seit Anfang 2014 gibt es in der Öffentlichkeit kein Lebenszeichen von ihr.

Die dunkle Grazie gehört nach ihrem Vater und neben ihren Geschwistern zu den vermögendsten Menschen Usbekistans. Ende 2012 ist sie auch als Sängerin in Erscheinung getreten und hat unter anderem mit dem französischen Schauspieler Gerárd Depardieu ein Duett veröffentlicht; Depardieu ist ein Busenfreund des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Dem britischen Nachrichtensender BBC wurde vor zwei Jahren ein anonymer Brief zugespielt, den aller Voraussicht nach Karimowa geschrieben hat und in dem sie sich über psychische und physische Misshandlungen beklagt.

Die unabhängige Organisation Freedom House in Washington D.C., deren Ziel es ist, liberale Demokratien weltweit zu fördern, stufte Usbekistan zu einem der brutalsten Regimes der Welt ein. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) brachte nach der letzten Präsidentenwahl in der totalitär geführten Republik vor, dass die Abstimmung etliche Kriterien für demokratische Wahlen nicht erfüllt habe.

Trotz der massiven Kritik darf sich der Tyrann weiterhin wohl fühlen, denn mit ihm kuscheln viele Mächtige der Welt. Der Grund dafür ist, dass sein Land eine fast 140 Kilometer lange Grenze zu Afghanistan hat. Im Karimow-Reich befand sich ein US-Militärstützpunkt, der für die Zufuhr von Soldaten und Kriegsmaterial nach Afghanistan für den Kampf gegen die Taliban diente. Doch vor rund einem Jahr berichtete die russische Zeitung Newissemaja Gazeta, dass der Diktator die Neueinrichtung ausländischer Militärbasen in seinem Land unterbinde. Der stellvertretende US-Staatssekretär für Süd-und Zentralasien, Daniel Rosenblum, hatte bei seinem Taschkent-Besuch Karimow dazu bewegen wollen, dass Usbekistan sich an der Anti-Terror-Koalition gegen die Milizen des Islamischen Staates (IS) beteiligt. Der amerikanische Diplomat schmeichelte, dass Karimow ein Schlüsselpartner des westlichen Verteidigungsbündnisses NATO in Zentralasien sei und die USA im Kampf gegen die Taliban unterstütze. Doch der Tyrann blieb diesmal hart und verpasste Washington kaltschnäuzig eine Absage.

Dem zentralasiatischen Staat geht es wirtschaftlich gut, das Land exportiert Erdöl, Gas, Gold und Baumwolle. Die frühere Sowjetrepublik hat bis heute ein gutes Verhältnis zu Moskau; vor einigen Jahren hat Russland ihr sogar fast den ganzen Teil seines Schuldenbergs, immerhin 865 Millionen US-Dollar, erlassen.

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