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Lettland soll „Kommunikations-Strategie“ gegen russische Propaganda vorlegen

Seit 1990 massiver Propagandakrieg gegen baltische Staaten
Wer sich an die 1990er Jahren erinnert, als die baltische Staaten um ihre Unabhängigkeit von Moskau kämpften, weiß, wie Russland gegen Estland, Lettland und Litauen in westlichen Zeitungen mit Falschmeldungen einen massiven Informationskrieg führte. Vor mehr als 20 Jahren wurden, wie jetzt die ukrainischen Offiziellen jetzt in Kiew, auch die Balten als Faschisten bezeichnet und die neu gegründeten diplomatischen Vertretungen der baltischen Ländern waren damit beschäftigt, die irreführenden und falschen Nachrichten aus Moskau mit Fakten zu entkräften. Damals war die „Gegenabwehr“ etwas leichter zu organisieren, weil Internet und soziale Medien noch nicht so weit entwickelt waren wie heute.

Russland konnte, trotz der durchaus aggressiven Verleumdung, die frisch gewonnene Unabhängigkeit der baltischen Staaten nicht destruieren. Moskau zog daraus eine Lehre und aktivierte mit dem Beginn der Putin-Ära wieder die alte sowjetische Maschinerie der Desinformation, jetzt allerdings mit verfeinerter Propagandamethodik. Russland unter Putin machte nicht nur die eigene Presse mundtot und setzte Bloggern mit mehr als 3000 Folgern Grenzen der Meinungsfreiheit, sondern gründete neben dem mächtigen Staatsfernsehen noch richtige Täuschungsmedien wie Russia Today (RT) oder Sputnik. Vorher versuchte man es mit einer deutschsprachigen Beilage „Russland Heute“, die an die Leser der Süddeutschen Zeitung als Werbebeilage verteilt wurde.

Die russische Presse verbreitet ihre Version der Weltgeschehnisse heute mehrsprachig in einem bunten Programm, einer Mischung aus wunderschönen Geschichten über Russland, absichtlichen Lügen und Verschwörungstheorien. Es werden mit „Experten“ Interviews geführt, dabei ist nicht zu übersehen, dass viele gutgläubige Menschen, die ihre Meinung per Skype sagen oder die Debatten auf sozialen Netzwerken anstoßen, instrumentalisiert worden sind.

Chiesa , Elsässer und Co.
In Estland schlug im vergangenen Jahr der linke italienische Journalist und ehemaliger Abgeordneter der Europaparlament, Giulietto Chiesa reichlich negative Wellen. Er behauptete unter anderem, dass in Estland Menschenrechte verletzt werden. Seine Meinung nach ist dies ein Beispiel dafür, wie weit Faschismus in Europa verbreitet sei. Nach einem verhängten Einreiseverbot reiste der Italiener trotzdem nach Tallinn. Der Putin-Freund wollte bei einem Konferenz des umstrittenen Impressium-Medienclub eine Rede „Muss Europa vor Russland Angst haben“ halten. Nach seiner Abschiebung flog Chiesa zurück nach Russland, wo er sehr gern seine Sicht der Dinge in dortigen Medien verbreitete.

Entsprechende, pro-Russland Veranstaltungen organisiert in Deutschland Jürgen Elsässer, ehemaliges Mitglied des kommunistischen Bundes und nach dessen Auflösung Chefredakteur des rechtspopulistischen Magazins Compact. Als Veranstaltungsort wählt der Ex-Linke und aktuell Rechte das Russische Haus in Berlin aus. Im Gebäude ist das Kulturinstitut des russischen Außenministeriums untergebracht. Hier stellte Elsässer vor rund einem Jahr auch sein Buch mit Putins Reden an die Deutschen vor. An der Präsentation nahm auch der Botschaftsbeamter Sergei Beljajew teil. Der Deutscher hat auch einen guten Draht zu Alexander Dugin. Der Russe ist aktuell als politischer Kommentator und außenpolitischer Ideengeber tätig. Dugin ist in der Öffentlichkeit mit Forderung, Europa zu erobern und als russisches Protektorat anzugliedern, aufgetreten. Darüber hinaus hat er bereits 1997 in seinem Buch „Grundlagen der Geopolitik“ Strategien zu Desinformation und Destabilisierung vorgestellt.

Hier ist deutlich ein roten Faden zu beobachten, wie aggressiv Moskau propagandistisch vor geht. Beide Russland-Aktivisten, sowohl Chiesa als auch Elsässer helfen das Gedankengut des Kremls zu verbreiten. In der Nähe von Putin arbeiten auch seine Ex-Kollegen aus dem KGB. Unter ihnen Sergei Tschemosow, Putins Hausnachbar in Dresden. Heute lenkt der Ex-Spion den staatlichen Konzern Rostec. Auch Jewgeni Scholokow kennt den Kremlchef aus der Agentenzeiten in der DDR. Heute arbeitet er als Berater von Putin. Andere sagen, als Spion des Präsidenten. Wie schon Stasi-General Markus Wolf sagte: „Die Freunde sterben nicht“.

Der Westen hat endlich begriffen, dass die demokratische Welt von Tag zu Tag mehr mit Falschinformationen aus Russland vergiftet wird. Entsprechend wird in Brüssel nach Antworten auf den immer stärker werdenden Desinformationskampagnen gesucht.

Foto: wikipedia.org

 

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