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EU

800 Jahre estnisch-dänische Beziehungen

 

von Ülo Salm

In einer Gemeinschaftsveranstaltung der Botschaften Estlands und Dänemarks am
26. Juni im Hause der estnischen Botschaft wurde aus Anlass der Wiederkehr des 800. Jahrestages des Eintritts Dänemarks in die estnische Geschichte ein wissenschaftliches Werk vorgestellt. Es enthält ausgewählte Studien und neue Erkenntnisse zur gemeinsamen Geschichte beider Länder. In 19 Beiträgen beschäftigen sich dänische, estnische und deutsche Geschichtswissenschaftler in englischer und deutscher Sprache mit der mittelalterlichen, frühneuzeitlichen und modernen Historie. Für Liebhaber nordischer Geschichte ein interessantes Werk, wenn auch für das breite Publikum wohl nicht ganz so reizvoll.

Vor 800 Jahren, nämlich 1219, eroberte der dänische König Waldemar II Estland und gründete Tallinn, die heutige estnische Hauptstadt. Ihr Name dürfte von „Taani linn“

(Estnisch: dänische Stadt) abzuleiten sein. Estland wurde von den Dänen verwaltet, aber nicht besiedelt. Das änderte sich grundlegend, nachdem Dänemark gezwungen war, Estland im Jahre 1346 an den Deutschen Orden zu verkaufen, womit die Grundlage für dessen Kolonialherrschaft und die Entwicklung des Feudalsystems gelegt wurde. Schon zuvor war die dänische Position erheblich geschwächt worden. Die Dänen unterlagen 1225 in der Schlacht bei Mölln und 1227 in der Schlacht von Bornhöved. In der Folge begann das Ende der dänischen Vorherrschaft im Ostseeraum.

Der Umstand, dass die dänische Nationalflagge, der „Dannebrog“, sich im Stadtwappen von Tallinn wieder findet, führte zu eingehender Erörterung der Flagge und ihrer Bedeutung für die Dänen, hervorgehoben durch den an der Podiumsdiskussion mit großem Einsatz beteiligten dänischen Professor Jens Olesen, der am historischen Institut der Universität Greifswald tätig ist.

Die schwierige und wechselvolle Geschichte Estlands unter Deutschen, Schweden und Russen hat im Bewusstsein der Bevölkerung die dänische Zeit in den Hintergrund treten lassen. Die russische Dominanz in der allerjüngsten Geschichte hat während der sowjetischen Okkupation des Landes und nach der Wiedererlangung der Selbstständigkeit im Zuge des Zusammenbruchs des kommunistischen Imperiums dazu geführt, dass sich Estland an den Staaten Westeuropas orientiert, insbesondere Deutschland. Das deutsche kulturelle Erbe wird ohne Vorbehalte oder negative geschichtliche Assoziationen gepflegt.

Der Abend endete mit der Möglichkeit zu interessanten Gesprächen bei einem Glas Wein und kleinen Snacks, wie in der Botschaft Tradition.

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