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EU

Spaniens König Juan Carlos dankt zugunsten seines Sohnes ab

Juan Carlos von Spanien, Rede zu seiner AbdankungJuan Carlos von Spanien, Rede zu seiner AbdankungDie Nachricht kam überraschend. Wie der spanische Regierungschef Mariano Rajoy (59) am heutigen Montag (2. Juni) bekannt gab, will Spaniens König Juan Carlos (76) abdanken.

Die spanische Monarchen regieren eigentlich bis zu ihrem Tode. Dementsprechend ist nie zuvor ein Regent in Spanien auf eigenen Wunsch abgetreten. Rajoy kündigte zudem eine Sondersitzung des Kabinetts an, um das gesetzgeberische Verfahren in die Wege zu leiten, denn die spanische Verfassung muss dazu geändert werden. Er hofft, dass das Parlament bald den Kronprinzen Felipe (46) zum neuen König ausrufen wird. An dessen Seite wird dann Letizia von Spanien (41) zur Königin und die älteste Tochter des royalen Ehepaares, Infantin Leonor (8), Kronprinzessin sein.

Juan Carlos bestieg im November 1975 den spanischen Thron. Seit 39 Jahren war er für seine Landsleute ein höchst beliebter und achtbarer Regent. Die Spanier begegneten ihren Monarchen mit großen Respekt vor allem wegen seiner Verdienste bei dem Übergang zur Demokratie des Landes am Mittelmeer nach dem Tod des Diktators Francisco Franco. Am 23. Februar 1981 hatten Militärs um den Oberstleutnant Antonio Tejero im Parlament einen Staatsstreich gestartet. Doch der Monarch bekannte sich in eine Fernsehansprache deutlich zur Rebublik und verurteilte scharf die Aktion der Putschisten.

Nach mehreren Fehltritten war der König in den letzten Jahren jedoch unter großen Druck geraten. So wurde er für einen Jagdausflug in Botswana vor zwei Jahren heftig kritisiert. In der Zeit der tiefen Finanzkrise nahm Juan Carlos einer kostspieligen Elefantenjagd in Afrika teil. Die Öffentlichkeit erfuhr allerdings von der Jagd nur deswegen, weil der Monarch sich dabei eine Hüfte gebrochen hatte. Schlecht kam zudem bei den Spaniern an, dass die Königstochter, Infantin Cristina im Verdacht steht, in einen Finanzskandal um ihren Ehemann Iñaki Urdangarin verwickelt zu sein. Urdangarin soll öffentliche Gelder in beachtlichen Höhe veruntreut zu haben.

Die Nachrichtenagentur Reuters meldet, der Thronwechsel sei politisch motiviert. Der schlechte Gesundheitszustand des Abdankenden wäre nicht ausschlaggebend gewesen. Der Beschluss zum Rücktritt sei bereits im Januar gefallen, man habe jedoch die Europawahlen noch abwarten wollen, um den Schritt bekannt zu geben.

Foto © Casa de S.M. el Rey / Spanisches Königshaus

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