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Finnischer Rundfunk: Cyberangriff auf Außenministerium kam aus Russland

Finnische Behörden im Focus von russischen HackernFinnische Behörden im Focus von russischen HackernZu den Hackern, die 2013 zwecks Spionage in das Netz des finnischen Außenministerium eingedrungen waren, sind neue Informationen ans Tageslicht gekommen. Dem finnischen öffentlich-rechtlichen Rundfunksender Yleisradio (kurz Yle) zufolge kam der Cyberangriff aus Russland. Bei der Aktionen wurde die Schadsoftware Turla, ein Trojanisches Pferd, benutzt.

Yle hat die Kenntnisse darüber von eigenen Informanten und aus ausländischen Quellen gewonnen. Der Leiter der Informationsverwaltung der Behörde, Ari Uusikartano betonte, dass der Angriff Teil einer umfangreichen Spionageserie gewesen sei mit dem Ziel, zahlreiche staatliche Ziele anzugreifen.

Das russische Softwareunternehmen Kaspersky berichtete an Yle, dass Turla insgesamt hunderte Ziele in fünfzig Ländern angegriffen und dabei über zehn Jahre lang finanzielle Unterstützung vom Staat bezogen habe. Kaspersky, das auf die Entwicklung von Sicherheitssoftware spezialisiert ist, beschäftigt mehr als 3000 Mitarbeitern. Die Firma hat die wichtigste Enthüllungen über Turla veröffentlicht. Die Datenschutzexperten halten Turla für das am besten aufgestellte Internetspionagenetzwerk Russlands. Es hatte die entwendete Daten über Datennetzsatelliten gesendet und damit Spuren beseitigt.

Bei seinem Angriff auf das finnische Außenministerium hat Turla E-Mails gefälscht und in Codes von Internetseiten versteckte Schadenprogramme eingesetzt. Die Angriffe wurden 2013 aufgedeckt, als der finnische private Fernsehsender MTV3 erstmals darüber berichtete. (tmich)

Info:

Turla (auch Snake oder Uroburos) ist ein sogenanntes Trojanisches Pferd (ein Computerprogramm, das als nützliche Anwendung getarnt ist, im Hintergrund aber ohne Wissen des Anwenders eine andere Funktion erfüllt), das 2008 entdeckt wurde. Trojanische Pferde zählen zu den Schadprogrammen, der sogenannten Malware. Der Begriff wird umgangssprachlich häufig synonym zu Computerviren verwendet, ist davon aber klar abzugrenzen. 2014 wurde von Kaspersky eine Variante des Windows-Trojaners gefunden, die Linux-Systeme befällt und auf diesen keine Administrator-Rechte benötigt. Der Trojaner wurde in Botschaften, militärischen Komplexen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie in Pharmazieunternehmen gefunden. Obwohl die Herkunft des Trojaners unklar ist, wird vermutet, dass er in Russland entwickelt wurde.

Kaspersky Lab ist ein Softwareunternehmen in Russland, das 1997 von Natalja Kasperskaja und Jewgeni Kasperski gegründet wurde. Das auf die Entwicklung von Sicherheitssoftware spezialisierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Moskau.

Die Firma wurde durch die hohe Erkennungsleistung seiner Virenscanner bekannt und hierfür mehrfach preisgekrönt. Die von Kaspersky Lab entwickelten Technologien werden von einigen anderen Unternehmen lizenziert und als Engine (Kerneinheit) in ihren Antivirenprogrammen eingesetzt.

Foto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

 

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