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Finnland: Iraker wollen in die Heimat zurück

Finnische Fahne vor dem Parlament in Helsinki„Ich wäre bereit, schon morgen heimzureisen“, sagt Tareq Thajeel Ajaj, der im Aufnahmezentrum Otaniemi in Espoo, einem Vorort von Hauptstadt Helsinki, lebt. Er hatte seinen Asylantrag zurückgezogen. Nach Hause in den Süd-Irak will der Iraker indes auch, weil sein Vater schwer erkrankt sei, doch vor Allem sei es die Enttäuschung.

Finnland sei nicht, was die Menschenschmuggler an der Mittelmeerküste versprachen. Die finnische Tageszeitung Helsingin Sanomat berichtet, dass den jungen Mann, der nun vier Monate im Aufnahmezentrum gelebt hatte, das Fehlen einer Beschäftigung langweile und ihm das finnische Essen nicht behage. „Ich habe keine Ahnung, wie es mir im Irak ergehen wird, aber hier verkomme ich geistig“, sagt Ajaj.

Nach Hause zieht es auch den aus Bagdad stammenden Thabeet al-Aswad. Seinen Worten zufolge werde seine Familie seinetwegen bedroht, aber ebenso ermüde und quäle ihn das Leben im Lager. Auch er kann in den beengten Verhältnissen seines Platzes nicht schlafen und sehnt sich nach Beschäftigung. „Die Bedingungen sind nicht, wie wir es erwartet haben. Es wäre sehr gut, wenn wir arbeiten und ein normales Leben führen könnten“, sagt Al-Aswad. Er lebt jetzt drei Monate in Finnland und mochte nun baldigst nach Bagdad zurück.

Programm für Asylbewerber

Die finnische Regierung veröffentlichte am 8. Dezember ein umfassendes Programm für Asylbewerber, dessen Zweck ist, den unkontrollierten Zustrom Asylsuchender zu unterbinden, die finanzielle Belastung unter Kontrolle zu bringen und die Aufgenommenen bei der Integration zu unterstützen. Immer mehr Iraker ziehen indes ihre Anträge zurück, wie das Helsinkier Büro der Internationalen Organisation für Migration IMO bekannt gab. Ihre Zahl steigt ständig, und im Dezember wird eine Rekordzahl erwartet. Im Oktober reisten 60, im November 72 Iraker freiwillig wieder aus. Im Verhältnis zur Gesamtzahl der Asylsuchenden sind diese Zahlen indes weiterhin klein.

Symbolfoto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

 

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