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DTM: Piloten testen ihre neue Boliden auf dem Hockenheimring

v.l. Pascal Wehrlein (Mercedes), René Rast (Audi) und Timo Glock (BMW)v.l. Pascal Wehrlein (Mercedes), René Rast (Audi) und Timo Glock (BMW)Von Aino Siebert, Hockenheim

Die Motoren donnern wieder. Beim inoffiziellen Saisonauftakt der Rennserie DTM drehten am 9. April einige Piloten auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg ihre Runden. Erste Ausfahrten fanden allerdings schon bei dem Test Anfang März in Vallelunga, 30 km nördlich von Rom in Italien statt. Die Wetterbedingungen waren dort schlecht, es regnete und schneite. Lucas Auer (Österreich, Mercedes) flog auf der Rennstrecke nach 14 Runden ab und sorgte damit für ein verfrühtes Ende der Testphase der Stuttgarter Autobauer. Auers Markenkollege Pascal Wehrlein kam wegen des Unfalls gar nicht zum Fahren, da er von dem Österreicher den Wagen übernehmen sollte.

Für Mercedes wird nach dieser Saison ganz Schluss sein. Die Schwaben wollen trotz des Gegenwinds aus Italien ihren Abschied aus der Rennserie mit einem Erfolg krönen. Man kann davon ausgehen, dass auch die Mercedes-Piloten während der Saison ihr Bestens geben werden, denn für die Rennsaison 2019 werden sie einen neuen Arbeitgeber brauchen.Die neuen Dtm-Modelle der der HerstellerDie neuen Dtm-Modelle der der Hersteller

Gewöhnung an das neue Aerodynamik-Paket

In dem badischen Rennstädtchen können alle 18 Motorsportler während der vier Testtage ihre neue Boliden nochmals prüfen, sich an das neue Aerodynamik-Paket gewöhnen, das in der aktuellen Saison im Reglement vorgeschrieben ist. Konkret, die Hersteller Audi, BMW und Mercedes versuchen, mit weniger Abtrieb am Flügel der Rennwagen zurecht zu kommen. Dabei werden die Rundenzeiten langsamer, das Auto wird etwas instabiler und der Reifenabbau stärker. Mit diesem Schritt will die DTM die Piloten und ihr Fahrkönnen noch mehr in den Fokus bringen.

DTM-Champion 2017, René Rast (Deutschland, Audi), brachte auf der Pressekonferenz vor, dass durch die Verbauung von mehr Einheitsteilen alle Rennwagen fast einheitlich sind. Das bedeutet, das die Autos auf der Rennstrecke noch dichter als bisher zusammenrücken und die Piloten ihre Rennkollegen mehr überholen müssen. Die Fans werden sich über mehr Spannung sicherlich freuen. Daniel Juncadella (Spanien, Mercedes) musste auf der Hockenheimring vorerst seinen Kollegen nur zuschauen, er hatte sich auf seinem Gelände-Fahrrad das Schlüsselbein angebrochen und war frisch operiert worden.

Auch am 4. Mai startet die DTM ohne Frauenkader. Laut Audi-Motorchef Dieter Gass gibt es bei der Rennserie keine Frauenquoten. Es zählen nur die Leistungen. Doch Grid Girls werden auf der Motodrom bleiben, auf die Schilder tragenden Damen wird bei der DTM nicht verzichtet, versicherte Achim Kostron, Geschäftsführer der ITR GmbH. Das Unternehmen vermarktet die Rennserie, organisiert die Wettläufe und entwickelt mit dem Deutschen MotorSport Bund ihre Regeln.
Rene Rast, Sieger der Saison 2017Rene Rast, Sieger der Saison 2017

Ungeduldiges Warten auf Speed und Motorenkonzert

Ungeduldig wird schon der satte Sound der Motoren nicht nur von der Motorsport-Fans, sondern auch von Piloten selbst erwartet. Die ersten zwei Rennen werden traditionell vom 4. bis 6. Mai auf dem Hockenheimring durchgeführt.

Einer der ersten Fahrer, der zu Beginn der vier Testtage ins Cockpit klettern durfte, war der Rückkehrer aus der Formel 1, Pascal Wehrlein (Deutschland, Mercedes). „Es ist für mich ein bisschen wie nach Hause kommen. Ich habe im Auto keine großen Unterschiede zu früher gespürt. Die größte Umstellung wird für mich sein, mit den Reifen ohne Heizdecken klarzukommen. Wenn der Wagen mitmacht, möchte ich da weitermachen, wo ich 2015 aufgehört habe“, sagte er bei der Pressekonferenz. Vor drei Jahren hatte der Mercedes-AMG-Pilot sich mit dem Titel aus der DTM verabschiedet.

René Rast war zwar im Rennoverall auf der Bühne erschienen, im Auto hatte der DTM-Champion aber noch nicht gesessen. „Das Feld wird noch enger zusammenrücken. Dafür sind die richtigen Schritte eingeleitet worden“, sagte der Audi-Pilot in Bezug auf den verringerten Abtrieb der Fahrzeuge. Die Titelverteidigung ist selbstverständlich sein Ziel. Planbar ist dies in der DTM, wo Kleinigkeiten über Wohl und Wehe entscheiden können, nicht. „Das erste Jahr als Rookie verlief wirklich überraschend gut für mich. Ich habe Anfang der Saison gehofft, dass ich überhaupt einen Punkt hole. Jetzt weiß ich, dass ich in der Lage bin, vorne mitzufahren. Ich bin sehr entspannt,“ so ein gut gelaunter Rast.

Timo Glock wirkte trotz des Jet-Lag ebenfalls sehr aufgeräumt. Der BMW-Pilot hatte am Wochenende das Formel-1-Rennen in Bahrain im Persischen Golf kommentiert, sich um zwei Uhr nachts in den Flieger gesetzt und war morgens um 7 Uhr erst in Deutschland gelandet. „Das erzähle ich jedes Jahr, ich kann eigentlich eine Kassette einlegen. In der DTM werde ich nie sagen, dass ich dieses Jahr um den Titel mitfahre. Es kommt auf Kleinigkeiten an, alles ist so eng zusammen. Letztes Jahr war mein stärkstes Jahr, das ist Fakt“, sagte der 36-Jährige, der seit 2013 in der DTM fährt.

Audi TT-Cup doch abgesagt

Eine kurzfristige Änderung hat sich im Rahmenprogramm der DTM ergeben. Audi Sport ABT wird aufgrund eines zu kleinen Starterfeldes nun doch nicht wie geplant den TT Cup in Eigenregie fortführen. „Wir bedauern, dass Abt Sportsline von dem Plan Abstand nehmen musste. Die Fans der DTM werden dadurch aber nicht weniger Motorsport bei den Rahmenserien geboten bekommen. Wir haben mit der Formel 3, der Formel 4 oder dem Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup bereits ein attraktives und buntes Programm. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, für die frei gewordenen Slots Ersatz zu finden“, sagte Kostron.

Die DTM startet vom 4. bis 6. Mai 2018 auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg in die neue Saison. Tickets sind online unter www.dtm.com/tickets sowie über die Hotline 01806 386 386 (0,20 Euro/Anruf inkl. MwSt. aus dem dt. Festnetz, max. 0,60 Euro/Anruf inkl. MwSt. aus dem dt. Mobilfunknetz) erhältlich.

Mit Materialien von der DTM, www.dtm.com

Fotos © Das Baltikum-Blatt / Werner E. Siebert

 

 



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