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Ehemaliger IAAF-Präsident fordert von Russen Geld

Lamine Diack im Jahr 2014Lamine Diack im Jahr 2014Der ehemalige Präsident des Internationalen Leichtathletikverbandes IAAF Lamine Diack hat gegenüber der französischen Polizei gestanden, den Chef des russischen Leichtathletikverbandes um 1,6 Millionen US-Dollar gebeten zu haben, um damit in seiner Heimat Senegal der Oppositionspartei unter Arme zu greifen. Dies berichtete die französische Zeitung Le Monde, die angeblich das Protokoll des Verhöres Diacks zur Verfügung bekommen hat.

Der Senegalese sagte der Polizei, er habe das Geld vom ehemaligen Präsidenten des russischen Leichtathletikverbandes Valentin Balachnitschew erbeten, um damit den Kampf der Opposition seines Heimatlandes gegen den ehemaligen Präsidenten Abdoulaye Wade zu unterstützen. Balachnitschew sagte dem Blatt, dass eine solche Verhandlung nie stattgefunden habe. Diack, der den IAAF seit 1999 leitete, war Anfang vergangenen Monates wegen des Vertuschens der russischen Dopingskandale festgenommen worden.

Info:

Der Rat des IAAF hat am 13. November bei einer Telefonkonferenz beschlossen, die Sportler der Gesamtrussischen Leichtathletik-Föderation (ARAF) bis auf Weiteres bei internationalen Sportveranstaltungen zu sperren. Den Russen droht damit auch ein Olympia-Ausschluss für die Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro. "Dies ist die härteste Strafe, die wir derzeit verhängen können", teilte der derzeitige IAAF-Präsident Sebastian Coe per Presseerklärung nach Entscheidung mit.

Eine Kommission der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hatte vor der IAAF-Beratung in einem mehr als 300-seitigen Report ein enormes Doping- und Korruptionssystem in der russischen Leichtathletik bekannt gegeben. Sie schlug den Ausschluss des nationalen Verbandes aus der IAAF vor. Fünf Athletinnen, vier Trainer und ein Sportmediziner sollten auf Lebenszeit gesperrt werden. Dem Dopingkontroll-Labor in Moskau wurde ebenso die WADA-Akkreditierung entzogen. (Thomas Michael)

Foto: © Wikimedia