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Baden-Baden: Tourismus-Chefin Goertz-Meissner verabschiedet

Britgitte Goertz-MeissnerBritgitte Goertz-MeissnerDie Kapitänin geht von Bord. Ganze 17 Jahre lang hat Brigitte Goertz-Meissner (66) den Tourismus in der noblen Kur- und Bäderstadt im Schwarzwald ausschlaggebend mitgeprägt. Am 12. Januar wurde die Geschäftsführerin der Baden-Baden Kur & Tourismus, der Kongresshaus Baden-Baden Betriebsgesellschaft mbH und der Baden-Baden Events GmbH mit viel Lob und tollem Programm offiziell verabschiedet. Der Tenor Marc Marshall kam extra in das frisch renovierte und mit warmen Licht umrahmte Kongresshaus, um der Scheidenden, die ihm durch die Jahre eine gute Freundin geworden ist, ein Abschiedslied zu singen.

Im Laufe des Abends kamen noch andere Freunde und Weggefährten zu Wort. Hervorgehoben wurden ihre viele Ideen, ihr Fleiß und ein offenes Ohr sowie ihr herzliches und ruhiges Wesen.

Die emsige Fremdenverkehrsfrau mit Herz und Seele verlässt Baden-Baden mit einem guten Gefühl, denn ihr ist es gelungen, alle wichtigen Projekte umzusetzen. Das Festspielhaus ist dank ihrer Hilfe in neuem Glanz aus dem Dornröschenschlaf geweckt worden, und die Kultur par excellence war damit im Oostal für alleweil angekommen. Die Grande Dame des Tourismus konnte zudem den Anteil der ausländischen Touristen deutlich steigern - in den vergangenen zehn Jahren um stolze 125 Prozent. Alle Hotelkategorien in der Minimetropole verzeichnen gute Auslastungen. 80 Prozent der Gasthöfe sind nicht, wie oft vermutet, hochpreisige Nobelhotels, sondern familiengeführte Häuser mit vier oder weniger Sternen. „Das ist ein enorm wichtiges Kapital dieser Stadt,“ meint Goertz-Meissner. Denn Baden-Baden hat neben dem Festspielhaus noch vieles Anderes zu bieten: Frieder Burda Kunstmuseum, Kasino im Kurhaus, Schau der kostbaren Fabergé-Juwelen, im Sommer Oldtimer-Vorstellung, Galopprennen in Iffezheim, durch das Jahr viele Konzerte und Ausstellungen. Es lohnt sich zudem, in der Stadt einfach zu weilen, die eleganten Häuser und Geschäfte anzuschauen, in Restaurants oder Cafés zu sitzen oder auf der Lichtentaler Allee gemütlich zu wandern.

Dass die Touristen auch in der eher reisemüden frostigen Monaten in das Schwarzwald-Städtchen kommen, ist vor allem dem großen Christkindlesmarkt vor dem mondänen Kurhaus zu verdanken – auch dies war eine fruchttragender Gedanke der scheidenden Fremdenverkehrs-Chefin. Die weihnachtliche, besser gesagt winterliche Veranstaltung – der Markt ist auch nach den Feiertagen noch geöffnet, – sei ihr liebstes Baby.

Baden-Baden war für Goertz-Meissner, trotz des immer zunehmenden Arbeitsaufwandes mit vielen Reisen und der damit verbundenen Verantwortung, ein Traumjob. „Ohne mein Team hätte ich das allerdings nicht geschafft,“ betonte die Ruheständlerin, als sie sich in ihrer Abschiedsrede an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wandte. Diese wiederum beschenkten ihre langjährige Chefin zum Auseinandergehen mit einem tollen Tanz-Video. „Ein gelungenes Abschiedsgeschenk“, fanden neben der Beschenkten auch alle Anwesenden. Das Zepter hatte Goertz-Meissner bereits im vergangenen April an Nora Waggershauser abgegeben. Bis zum Jahresende unterstützte sie ihre Nachfolgerin noch als Beraterin.

Brigitte Goertz-Meissner bleibt jedoch auch im Ruhestand und trotz ihres Abschiedes als Präsidentin des Deutschen Heilbäderverbandes der Stadt Baden-Baden und ihrem Tourismus mindestens ein wenig erhalten. (asie/tmich)

Fotos: © Das Baltikum-Blatt / Aino Siebert