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WWF: Neue entdeckter Delfin durch Verbauung der Flüsse bedroht

Forscher haben im Regenwald Brasiliens einen neuen Flussdelfin identifiziert. Der World Wide Fund For Nature (WWF) freut sich über die sensationelle Entdeckung und weist auf die Gefährdung der Tiere, insbesondere durch den Ausbau der Wasserkraft und diverse Staudammprojekte hin. "Seit fast 100 Jahren wurde keine neue Süßwasserdelfinart entdeckt", freut sich Roberto Maldonado, Lateinamerikareferent vom WWF Deutschland. Man wusste zwar, dass es in den Flüssen Araguaia und Tocantis im Osten des Amazonasbeckens Zahnwale gibt, allerdings war man bislang davon ausgegangen, dass es sich um Exemplare des Rosa Flussdelfins (Inia geoffrensis) handelt, die in Südamerika relativ breit verbreitet sind. Die neue Art trägt den Namen Inia araguaiaensis, Araguaia Delfin, und unterscheidet sich von ihren Verwandten durch einen längeren Schädel und weniger Zähne. Darüber hinaus beobachteten die Forscher ein ungewöhnliches Jagdverhalten. Forscher berichten, die Tiere treiben ihre Beute gelegentlich ams Ufer und "picken" sie dann auf.

Südamerikanische Flussdelfine werden bis zu drei Metern lang. Sie haben eine grau-rosa Färbung und eine langgestreckten Schnauze. Sie leben oft in schlammigen Gewässern und sind nahezu blind.

Neben dem Rosa Delphin, einer mit diesem eng verwandten bolivianischen Unterart und dem jetzt entdeckten Araguaia Delfin gibt es Südamerika eine weitere verwandte Art, den La Plata Delfin, der vor allem in Küstennähe und in Flussmündungen vorkommt. Die Zahnwale sind hier häufiger als ihre Verwandten in Asien, die zum Teil als ausgestorben gelten. Aber auch die Zukunft der südamerikanischen Säuger sieht alles andere als rosig aus. "Delfine räubern gerne die Netze von Fischern und werden von diesen entsprechend verfolgt", berichtet Roberto Maldonado vom WWF. Aufgrund der zahlreichen Pläne für große Wasserkraftwerke in Brasilien sei ihr Lebensraum zunehmend bedroht.