Google+
Werbung

Leserbrief: Baltikum-Blatt vom 29. Januar 2015: Griechen gefährden die Einheit der EU

Alexis TsiprasAlexis TsiprasVon Erich Lienhart, Bühl

Die lange gehegte Regierungspropaganda, die „ Rettung“ Griechenlands werde Deutschland „nichts kosten“ hat sich mit dem Wahlergebnis vom Sonntag (25. Januar 2015) endgültig ins Reich des Absurden und Grotesken verabschiedet. Die Regierungsübernahme durch den linken Volkstribun Alexis Tsipras wird jetzt richtig teuer. Dabei ist Tsipras kein Betriebsunfall, sondern die notwendige Konsequenz der Euro-“ Rettungs“-Politik. Man kann es den Griechen nicht verdenken, daß sie einen gewählt haben, der ihnen ein besseres Leben auf Pump verspricht, nachdem die bisherige Umschichtung der griechischen Staatsschulden auf die europäischen Steuerzahler vor allem Banken, Finanzindustrie und ihre Günstlinge, auch in Griechenland selbst, gerettet und auch noch reicher gemacht hat.

Den Schuldenschnitt, den Tsipras seinen Wählern versprochen hat, wird kommen, auch wenn er vielleicht einen anderen Namen bekommt. „ Zugeständnisse“ , die die Hilfskredite noch weiter auf den Sankt-Nimmerleins-Tag strecken, laufen auf dasselbe hinaus. Das Geld ist weg, der Rest ist Bilanzkosmetik, um nicht zu sagen: Bilanzbetrug.

Tsipras träumt - unter Beifall der europäischen Linken – den Traum vom Wohlstand aus der Notenpresse: Das Geld, das verteilt werden soll, wird einfach gedruckt. Sparer und Steuerzahler haften dafür, am besten europaweit. Sehr viel anders denkt man in den Schaltzentralen der Euro -Ideologen auch nicht .

Mario Draghi war mit seinem Billionen- Programm für den Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB, das faktisch auf Vergemeinschaftung von Staatsschulden und Staatsfinanzierung durch die Notenpresse hinausläuft, Syrizas bester Wahlhelfer. Die bittere Wahrheit jedoch ist: Will Griechenland aus eigener Kraft wieder wettbewerbsfähig werden, muß es den Euro verlassen. Das wäre zwar ebenfalls mit einem Schuldenschnitt verbunden, böte aber die Chance zum Neuanfang. Geht der Euro so weiter seinem Weg, stellt sich schon bald nicht mehr die Frage, ob Griechenland aus dem Euro austritt, sondern wann Deutschland den Euro verläßt: Bevor die Inflation zu galoppieren beginnt - oder nach dem Chrash: Die Wahl von Alexis Tsipras könnte sich als Katalysator für das unvermeidliche reinigende Gewitter erweisen.

Foto: von Frangisco Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons


Werbung
Werbung