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Hinter „Bitcoin“ steht kein Staat

Von Erich Lienhart, Bühl

Baltikum-Blatt vom 08. Januar: Bitcoin –Software leert das Bankkonto

Für die einen sind sie die Währung der Zukunft, das Geld des digitalen Zeitalters. Kritiker hingegen geißeln „ Bitcoins“ als den Gipfel der puren Spekulation und erinnern an das schwarze Jahr 2008. Seit Ende November 2016 stieg der Marktpreis des ausschließlich virtuell gehandelten „Geldes“ auf zuletzt rund 12 000 US-Dollar pro „Bitcoin“. Hinter „Bitcoin“ steht kein Staat, keine Notenbank, auch nicht der geringste reale Wert.

Der rapide Anstieg um mehr als tausend Prozent in nur einem Jahr deutet darauf hin, dass die spekulativen Finanzmärkte gerade heiß laufen, was am Ende tatsächlich in einem Zusammenbruch enden kann. Noch scheint alles ruhig, die Weltwirtschaft robust zu sein. Börsenexperte Dirk Müller traut dem Frieden aber nicht. „Wir haben eine Villa mit Gartenparty direkt auf der Sankt-Andreas-Spalte“, zitiert ihn das Finanzportal „MM-News“. Das große Beben werde irgendwann kommen „und das war es dann mit der Villa“.

Wie konnte es soweit kommen? Hatten 2008 nicht alle Beteiligten, Notenbanken, Geschäftsbanken, Bankenaufsicht und Politik- geschworen, dafür Sorge zu tragen, dass es nie wieder zu einer Spekulationsblase kommen werde wie damals? Dass sie alles Notwendige tun würden, damit sich solch ein Zusammenbruch nicht wiederholen kann?

Ja, doch getan haben sie etwas anderes: Die Notenbanken haben die Zinsen auf unter null gedrückt, damit klamme Staaten und wackelige Banken billig an Kredite kommen. Mittlerweile entspricht der weltweite Schuldenberg dem 3,5-fachen Wert der gesamten Weltwirtschaftsleistung. Das billig geliehene Geld ergoss sich vor allem in die Finanzmärkte, wo die Preise deshalb in spekulative Höhen geschossen sind und Blasen nähren wie etwa die der „Bitcoins“. Dass die Schulden jemals zurückgezahlt werden können, glaubt niemand. Doch um das Spiel am Laufen zu halten, pumpen die Notenbanken immer noch mehr Geld in den Markt. Das ganze verhält sich längst wie ein Schneeballsystem.

So ein System bricht irgendwann unweigerlich zusammen. Das Biest sitzt bereits drohend im Busch. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es herausspringt und vermeintliche Vermögenswerte in der Luft zerreißt: Das Massaker wird auch die Realwirtschaft mit in die Tiefe ziehen, wie wir 2008 erleben mussten. Machen wir uns auf dramatische Zeiten gefasst.

Info:

Bitcoin (englisch sinngemäß für „digitale Münze“) ist eine digitale Währung. Überweisungen werden von einem Zusammenschluss von Rechnern über das Internet mithilfe einer speziellen Peer-to-Peer-Anwendung abgewickelt, sodass anders als im herkömmlichen Bankverkehr keine zentrale Abwicklungsstelle benötigt wird. Eigentumsnachweise an Bitcoin können in einer persönlichen digitalen Brieftasche gespeichert werden. Der Umrechnungskurs von Bitcoin in andere Zahlungsmittel bestimmt sich durch Angebot und Nachfrage.
Quelle: Wikipedia

Anmerkung der Redaktion:
Aktuell warnt die Bundesbank noch wegen „Extrem hoher Stromverbrauch“ vor Bitcoin. Einen n-tv-Beitrag dazu können Sie hier lesen.

 


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