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Mittelbayerische Zeitung: Der Kalte Krieg ist zurück

 Kommentar zur Ukraine-Krise von Nina Jeglinski

Regensburg (ots) - Der Westen wehrt sich gegen die Rückkehr des Kalten Krieges. Doch einige Signale deuten darauf hin, dass sich Moskau und Washington immer weiter auseinander bewegen. Der russische Präsident Wladimir Putin hat in der vergangenen Woche ein Aufrüstungsprogramm und die Aufstellung weiterer Atomwaffen angekündigt. Ein Teil dieser Waffen soll offenbar auch auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim stationiert werden. Die EU und zunehmend auch die US-Regierung nehmen gegenüber Russland eine defensive Rolle ein. EU-Nachbarschaftskommissar Johannes Hahn fordert Kiew auf, den Separatisten Gebiete zu überlassen - auch ohne Umsetzung der Minsker Vereinbarungen. Der ehemalige Sicherheitsberater Jimmy Carters, Zbigniew Brzezinski, schlägt eine Art Finnlandisierung der Ukraine vor. Was nichts anderes bedeuten würde, dass die Ukraine auf Jahrzehnte weder Mitglied der EU und schon gar nicht der Nato werden würde. Die Ukrainer werden bei diesen Deals nicht gefragt: weder die Regierung noch die knapp 42 Millionen Bürger des zweitgrößten Flächenlandes in Europa. Sollte die Strategie des Westens aufgehen, könnte es in der Ukraine bald wieder so zugehen wie zu Zeiten des Kalten Kriegs: Damals war das Land eine der 20 Sowjetrepubliken und wurde von Moskau regiert. Putins Plan, Russland in den Grenzen der 1991 zusammengebrochenen UdSSR wieder auferstehen zu lassen, wäre mit der "Heimholung" der Ukraine ein Stück näher gekommen. Länder wie Armenien, Georgien, Weißrussland würden folgen. Ob Putin auch vor den EU-Staaten des Baltikums und vor Polen Halt machen würde, ist fraglich.

Quelle: Mittelbayerische Zeitung / Presseportal



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