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17. Feb 2018
07. Woche
5. Jahrgang

Stalins Tod – ab 29. März in Deutschland zu sehen

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Für Russland „unfreundlicher Akt“ der Briten

Die Sowjetunion unter Stalin war während des Zweiten Weltkrieges ein Verbündeter Großbritanniens gegen Nazideutschland. Vor diesem Hintergrund erklärt der Publizist Nikolai Starikow, dass der Film ein „unfreundlicher Akt der britischen intellektuellen Klasse“ sei und ihm klar ist, dass der Film Teil eines „antirussischen Informationskrieges“ sei, der darauf abziele, die Gestalt Stalins abzuwerten. Starikow hat 2012 das Buch „Stalin. Erinnern wir uns gemeinsam“ geschrieben, das gegensätzliche Reaktionen hervorrief. Der Autor ist Gründer der nationalen Partei „Großes Vaterland“ und Mitglied des Isborsk-Klubs, dem mehrere bekannte nationalistische Intellektuelle Russlands angehören.

Die kremltreue Zeitung „Wzgljad“ („Blick“) brachte vor, dass das Leinwandwerk nicht in Russland gezeigt werden sollte, und er nannte es „eine böse Absicht von Außenseitern, die nichts von unserer Geschichte verstehen“. Pawel Poschdigailo, ein Berater des russischen Kulturministeriums, sagte, der Film sei eine „geplante Provokation“, dessen Ziel es sei, „Hass zu schüren“.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat seine gelegentliche Aussagen über den Massenmörder Jossif Stalin bis jetzt vorsichtig formuliert und darauf geachtet, den sowjetischen Diktator nicht zu rühmen, aber auch nicht zu kritisieren. Unter dem heutigen Kreml-Herrscher ist der Sieg im Zweiten Weltkrieg zu einem heiligen Ereignis geworden, das als Fundament des heutigen siegreichen russischen Staates dargestellt wird. Dementsprechend wird Stalin auch als erfolgreicher Kriegsherr idealisiert.

Kein Wort darüber, dass durch stalinistische Säuberungen viele begabte Offiziere ums Leben kamen. Zu den ersten Militäropfern gehörte 1937 Marschall Michail Tuchatschewski zusammen mit sieben anderen Generälen, die alle zum Tode verurteilt wurden. Der Vorwurf lautete auf Hochverrat und Spionage. Zwischen 1937 und 1938 wurden von den rund 178.000 militärischen Führungskräften weitere Militärangehörige, bis zu 35.000 Personen, festgenommen. Zu diesen zählen bis zu fünf Marschälle, rund 15 Armeegeneräle, neun Admiräle, bis zu 57 kommandierende Generäle und 186 Divisionsgeneräle.

Die Sowjetunion war schon vor dem Überfall der Wehrmacht am 22. Juni 1941 durch den einstigen Freund Adolf Hitler militärisch praktisch führungslos. Stalin musste unter anderem eine bittere Niederlage während des Überfalles auf Finnland und die Belagerung Leningrads (heute St. Petersburg) durch die deutsche Heeresgruppe sowie finnische und spanische Truppen während des Zweiten Weltkrieges verkraften. Letztere dauerte vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944, vor allem, weil Stalin keine militärischen Kräfte mehr zur Verfügung standen und er demzufolge keinen Plan für die Befreiung der Bevölkerung der stolzen Newa-Stadt hatte.

Erst mit der Hilfe der Verbündeten USA und Großbritannien konnte Stalin spätere Erfolge vorweisen. Darüber redet heute in Russland niemand. Viele wissen nicht einmal, dass der Mann, die sie heute noch anbeten, mit Hilfe der Amerikaner und Briten triumphieren konnte. Das Putin-Land will weiterhin suggerieren, dass die Russen ein Volk von Helden und Patrioten ist. Gewalt sei damals erforderlich gewesen um das Land von Feinden zu schützen.

Das Magazin „Der Spiegel“ berichtet, dass "The Death of Stalin" darf nicht in russischen Kinos gezeigt werden. Das Kultusministerium zog nach empörten Forderungen eines "Beratungskomitees" eine zuvor erteilte Erlaubnis zurück. In Deutschland startet der Film am 29. März. (asie / tmich)

Quellen: The Guardian, Wikipedia, Maaleht, Der Spiegel

Foto: Filmszene

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