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Phoenix: Mythos RAF - Unterstützte Moskau den Baader-Meinhof-Terror?

RAF-LogoRAF-LogoDie Rote Armee Fraktion (RAF) war eine linksextremistische terroristische Organisation in West-Deutschland. Die Mitglieder sind verantwortlich für 33 Morde an Führungskräften aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung und deren Fahrern, an Polizisten, Zollbeamten und amerikanischen Soldaten sowie für mehrere Geiselnahmen, Banküberfälle und Sprengstoffattentate mit über 200 Verletzten.

Inzwischen ist bekannt, dass die RAF Unterstützung aus der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) bekam. Beistand wurde den Linksterroristen vom Stasi, der DDR Geheimpolizei, zugesichert, indem er einigen der RAF-Mitglieder wie Susanne Albrecht, Silke Meier-Witt und Inge Viett den Ausstieg aus dem bewaffneten Kampf durch Einbürgerung in den sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat und das Beschaffen einer neuen Identität ermöglichte. Darüber hinaus hatte der Kader von Erich Mielke der Terroristen die militärische Ausbildung erteilt.

In der Sowjetunion waren, wie in anderen sozialistischen Bruderländern, RAF-Mitglieder persona non grata, sie standen auch auf den Fahndungslisten. Der sowjetische Geheimdienst KGB, die Vorgängerinstitution des heutigen russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, hat allerdings stetig die El Fatah (Eroberung), die größte und schlagkräftigste Befreiungsorganisation der Araber in Amman, und die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) unterstützt, die wiederum den RAF-Mitgliedern militärisches Training in ihren Lagern gestattet haben. Die Fatah ist heute die stärkste politische Fraktion innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), die während des Osloer Friedensprozesses 1993 unter Jassir Arafat dem Terrorismus als politischem Mittel abschwor.

Aber – hat der KGB, wo einst auch der heutige Präsident Russlands, Wladimir Putin, seinen Dienst leistete, die westdeutschen Terroristen direkt unterstützt, um die westliche Demokratien zu schwächen? Abwegig ist diese Theorie nicht, denn für die Sowjetunion war der Westen immer „der Feind Nummer Eins“. Die heutige Russische Föderation ist der Nachfolgestaat der zerfallenen UdSSR und wird vom ehemaligen KGB-Offizier Putin geführt, der in feindlicher Gesinnung gegen die demokratischen Länder aufgewachsen und sozialisiert worden ist. Der Russland-Experte Boris Reitschuster berichtet in seinem Buch „Putins verdeckter Krieg“, wie der Kremlchef den Westen weiterhin destabilisiert – mit alten KGB-Methoden.

Demzufolge sind auch 40 Jahre nach dem „Deutschen Herbst“ noch Fragen offen. Hat der KGB im Zeitalter des Kalten Krieges den RAF-Terror heimlich - direkt oder indirekt - unterstützt? Seit der Veröffentlichung des Buches „Das internationale Terrornetz - Der geheime Krieg gegen die westlichen Demokratien“ (1981) der US-amerikanischen Publizistin Claire Sterling vertreten zahlreiche Publizisten und Historiker diese These. Beweise dafür konnten bislang indes nicht vorgelegt werden. Liegen noch Geheimnisse in den KGB-Archiven? (Phoenix/asie/tmich)

Montag, 13. November 2017, 01.00 Uhr bei Phoenix

www.phoenix.de

Info:

Als Deutscher Herbst wird die politische Atmosphäre in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) im Herbst 1977 bezeichnet, die durch blutige Anschläge der RAF geprägt wurde, indem die zweite Generation der Terroristen ihre inhaftierten Gesinnungsgenossen der ersten Generation freizupressen versuchten. Um ihre Ziele zu erreichen, wurde Arbeitergeberpräsident Hanns Martin Schleyer gekidnappt und später ermordet. Anschließend hatten vier palästinensische Terroristen das Lufthansa-Flugzeug „Landshut“ entführt. Nach der Ermordung des Flugkapitäns und mehreren Zwischenstopps landete die Maschine im somalischen Mogadischu, wo die GSG9, eine Eliteeinheit des westdeutschen Bundesgrenzschutzes, das Flugzeug gestürmt und die Geiseln befreit hatte. Nach der Befreiung der Flugzeuggeiseln begingen die Führungsmitglieder der Terrororganisation Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in ihren Zellen im Hochsicherheitsgefängnis von Stuttgart-Stammheim kollektiven Selbstmord. Nur Irmgard Möller überlebte schwer verletzt.

Der Deutsche Herbst gilt als eine der schwersten Krisen in der Geschichte der Bundesrepublik. Neben Baader gehörte noch Ulrike Meinhof zu RAF-Elite. Die Journalistin war nach der Befreiungsaktion von Baader 1972 verhaftet worden. Sie verbrachte den Rest ihres Lebens weitgehend isoliert von der Außenwelt in Untersuchungshaft. Im November 1974 wurde sie wegen Mordversuches bei der Baader-Befreiung zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Seit 1975 war die Linksradikale1 mit den übrigen RAF-Führungspersonen wegen vierfachen Mordes und 54-fachen Mordversuches angeklagt. Vor dem Prozessende wurde sie in ihrer Zelle in der Justizvollzugsanstalt in Stuttgart-Stammheim erhängt aufgefunden. Zwei Obduktionen schlossen Fremdeinwirkung aus. (Quelle: Wikipedia)