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Ensemble Triskele in Berlin

 Ensemble TriskeleEnsemble TriskeleVon Ülo Salm, Berlin

„Triskele“, meist übersetzt mit „Dreierspirale“, ist ein altes keltisches Symbol und wurde vor 20 Jahren zum Namen eines Männerquintetts aus der estnischen Universitätsstadt Tartu (früher zu deutsch Dorpat) erkoren.

Das Ensemble Triskele gab am 25. November in der Berliner Immanuelkirche ein Konzert, organisiert von der Kirche und der Botschaft der Republik Estland.

Unmittelbarer Anlass waren die 500 Jahr-Feiern zur Reformation. Schon kurz nach dem Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt hatte und sich die Ideen der Reformation in Europa wie ein Flächenbrand ausbreiteten, erfassten die neuen Ideen auch das Baltikum. Insbesondere im Gebiet des heutigen Estland wandte man sich dem Luthertum zu. Seit jener Zeit und bis heute bezeichnen sich die Esten, nach ihrer Religionszugehörigkeit befragt, als evangelisch-lutherisch.

Die Kirchenmusik, vor allem die Luther zugeschriebenen Choräle – aber auch Werke anderer Kirchenmusiker aus der Zeit vom 16. bis zum 18. Jahrhundert - wurden stark von der estnischen Musiktradition und den estnischen Volksliedern beeinflusst. Auf diese Weise unterscheiden sich die vom Ensemble Triskele dargebotenen Stücke stark von der hier bekannten üblichen evangelischen Kirchenmusik und den Liedern aus dem Evangelischen Gesangbuch. Sie bilden nur die Grundlage für die Volkschoräle. Durch die Synthese zwischen den Kirchen- und Volksliedern bieten die Volkschoräle ein ganz neues Hörerlebnis.

Etwas unkonventionell und salopp formuliert könnte man sagen, dass die gewohnten Kirchenlieder von den Esten „aufgepeppt“ worden sind. Die Lebhaftigkeit der Musik, unterstrichen durch Vor- und Wechselgesang, kam mangels der sonst üblichen akustisch dominanten Orgelbegleitung mit Hilfe der von den Sängern benutzten Instrumente (Flöte, Laute, Mandoline, Zither, Schlagzeug (Tamburin ohne Schellen) sehr schön zur Geltung - glücklicherweise ohne Verstärker. Es wurde mit Instrumentalbegleitung gesungen, aber auch a capella.

Auf jeden Fall kam auch der auf seine Kosten, der der bekannten und aus den hiesigen Gottesdiensten gewohnten meist sehr getragenen Musik nicht mehr sonderlich viel abgewinnen kann.

Man kann dem Quintett, das in den 20 Jahren seines Bestehens durch seine besondere Interpretation und Darstellung geistlicher Volkslieder über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt geworden ist, nur weiteren Erfolg wünschen und uns, dass die begabten Sänger noch des Öfteren hier zu erleben sein werden.

Foto: Facebook