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Ukraine-Krise hat die Kirche erreicht

Das Moskauer Patriarchat der Russisch-Orthodoxe Kirche hat die mit dem Vatikan unierte griechisch-katholische Kirche in der Ukraine wegen ihrer „Einmischung in die Politik" kritisiert, berichtet Radio Vatikan. Durch die „sehr klare Positionierung" von Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk und dessen Vorgänger Lubomyr Husar habe die griechisch-katholische Kirche den Konflikt in der Ukraine verschärft, sagte der Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, laut der römischen Agentur AsiaNews.

Dem Metropoliten zufolge sei die griechisch-katholische Kirche Schuld an den Problemen zwischen dem Moskauer Patriarchat und dem Heiligen Stuhl: „Wir Orthodoxe haben die Unierten immer in einem sehr negativen Licht gesehen. Sie betreiben ein spezielles Projekt der katholischen Kirche, weil sie sich kleiden wie Orthodoxe, orthodoxen Ritualen folgen, aber in der Tat Katholiken sind, denen der Vatikan einen gewissen Spielraum gewährt", so Hilarion. Ihm zufolge sind Schewtschuk und Filaret Denyssenko in die Vereinigten Staaten eingereist, um dort eine US-Intervention in die ukrainischen Angelegenheiten zu ersuchen.

Denyssenko ist der Kiewer Patriarch, der während des Bestehens der Sowjetunion immer die Einheit der Russisch-Orthodoxen Kirche vertrat. Als 1991 eine Volksabstimmung über die Erhaltung der UdSSR ausgerufen wurde, rief er seine Gläubigen dazu auf, diesem Plan zuzustimmen. Nachdem sich die Sowjetunion aufgelöst hatte, versuchte der Kleriker beim Bischofskollegium für seine ukrainische Metropolie den Status der Autokephalie zu erhalten. Sein Vorhaben verlief jedoch im Sand. Seither rief er eine eigene Ukrainische Kirche ins Leben und trug damit zur Spaltung der Orthodoxie in der Ukraine bei. Inzwischen besteht die russische Kirche in der Ukraine aus drei verfeindeten Kirchenfraktionen. 1997 wurde Filaret wegen seines Handelns vom Moskauer Patriarchat exkommuniziert und kirchenrechtlich verdammt.

Angesichts der Krim-Krise haben alle fünf griechisch-katholischen Priester die Halbinsel verlassen, meldet die katholische Nachrichtenagentur KNA. Auch seien KNA zufolge zwei Priester der orthodoxen Kirche des Kiewer Patriarchats nach deren Eigenangaben nach dem umstrittenen Russland-Referendum von der Krim geflohen. Elf arbeiteten weiterhin dort.

 



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